Summer Breeze Open Air - 12.-15.08.2015 - Dinkelsbühl

 

Es war heiß, es war laut - und es war geil - das diesjährige Summer Breeze ist nun auch schon wieder Geschichte - mit Temperaturen deutlich über 30 Grad dieses Jahr das heißeste Festival der Saison für uns.

Der nachfolgende Festivalbericht ist eine Zusammenarbeit verschiedener Schreiberlinge.
Amrei, Carsten, Rico, Jan und mir (Yvonne). Wir haben die Zeit genossen und uns natürlich möglichst viele Konzerte angesehen! Es wurde Neues entdeckt und altes liebgewonnenes zumeist ordentlich abgefeiert. Ich wünsche euch viel Spaß mit unseren individuellen Berichten und Geschichten, die mal mehr und mal weniger objektiv ausfallen.

Rico hat das erste Wort:

Mein ganz persönliches Highlight gleich zu Beginn: Die immens unterhaltsame Unwetterwarnung am Freitag… „Es zieht ein Unwetter auf, bitte bleiben sie ruhig und verlassen das Gelände, am sichersten sind sie in ihren Fahrzeugen…Besucher ohne Fahrzeug sollten sich in die Schutzunterkünfte in Illenschwang begeben…es besteht keine Gefahr…“
Glück im Unglück: Das Camp hält im Gegensatz zu vielen anderen stand und die Zeltplanen winken dem vorbeiziehenden Gewitter hinterher, während ich völlig entspannt unter meinem Pavillion sitze, eine Zigarette rauche und belustigt den verschreckten Besuchern zuschaue, wie sie Zuflucht in ihren Fahrzeugen suchen…
Wie jedes Jahr gibt sich die Organisation größte Mühe sich selbst bzw. die vorangegangenen Jahre zu übertreffen, was größtenteils auch immer wieder gelingt. Kleiner Wermutstropfen: Dass sich die VIP Camper mit den Marktbeschickern einen EINZIGEN Duschcontainer teilen müssen, ist noch zu verkraften, dass die Nutzer jedoch selbst für dessen Reinigung sorgen sollen und dafür noch mit eiskaltem Wasser belohnt werden, ist schon etwas dürftig… ansonsten gibt´s nur Kleinigkeiten, wie zum Beispiel die etwas lächerliche Trockeneis-Regelung mit den völlig überteuerten Handschuhfach großen Kühlboxen, unterschiedliche Bierbecher an verschiedenen Ständen und immer noch kein Schnellzugang zum Ground, speziell Main-/PainStage für die journalistische Zunft!
Ach ja, und dass man sich trotz VIP Status, als am Dienstag Anreisender, beim gemeinen Volk zur PKW Kontrolle anstellen muss, ist einerseits zwar lästig, andererseits aber auch recht unterhaltsam, lediglich die Zufahrt zum VIP Campground könnte da definitiv optimiert werden, denn wenn einem alle anderen Besucher auf schmalen Pfaden mit Gefährt oder auch nur in Massen zu Fuß entgegenkommen, und die Ordner nicht so recht wissen, wie sie reagieren sollen, bleibt nur sich hartnäckig und zielgerichtet durch die Massen durch zu pflügen. Wie gut, dass ich mich auf dem Gelände auskenne!
Bandtechnisch war für alle Geschmäcker ausreichend Auswahl geboten, bin selten so viel zwischen den Bühnen hin und her gependelt, wie dieses Jahr…puh, ganz schön anstrengend bei der Hitze! Wie gut, dass man sich an den beiden Duschen an den Rampen die dringend notwendige Abkühlung holen konnte. Schade war nur, dass ich persönlich eben wegen dieser vielen sehenswerten Bands kaum Zeit hatte mal die Camel Stage anzuchecken, denn da findet man ja gelegentlich einige vielversprechende Underground Bands, oder namhafte Newcomer… oder diese unsägliche Combo namens „Die Kassierer“…
So dann, ach, Bands haben auch gespielt, glaub ich?

Persönliche Highlights: Kreator, Dark Tranquillity, Knorkator
Größte Überraschung: Bier schon wieder leer!
Größte Enttäuschung: Bier schon wieder leer, und kein Nachschub im Kühlschrank!

MITTWOCH, 12.08.2015

DIABLO BLVD. (T-Stage)

Fear Is For The Enemy
Builders Of Empires
Rise Like Lions
Saint Of Killers
Beyond The Veil
Between The Hammer And The Holy Cross
Follow The Deadlights
Black Heart Bleed

Mein erstes Konzert des diesjährigen Summer Breeze: Diablo Blvd. Es war schon ziemlich voll im Zelt und Diablo Blvd. haben der Menge ordentlich eingeheizt – als ob es nicht schon warm genug gewesen wäre. Sie waren einfach nur fett, das Publikum hat gefeiert, getanzt, geklatscht und mitgesungen und das am Nachmittag. Absolut empfehlenswert. (Yvonne)

BATTLE BEAST (T-Stage)

Far Far Away
I Want The World... And Everything In It
Out On The Streets
Black Ninja
Unholy Savior
Iron Hand
Touch In The Night
Enter The Metal World
Out Of Control

Ohhhhh ein Überrschaungskonzert – quasi, also ich lasse mich mal überraschen. Zugegeben, ich kannte Battle Beast aus Finnland nicht. Verdammt! Warum kannte ich die noch nicht?!? Diablo Blvd. waren schon ein fettes Brett, aber was diese Powerfrau abgeliefert hat. Wahnsinn. Einfach Wahnsinn! Das Zelt war einigermaßen gut gefüllt und die Stimmung super. So viel Energie, so eine große Stimme der Sängerin, es hat einfach Spaß gemacht, vom ersten Ton bis zum letzten.(Yvonne)

AVATARIUM (T-Stage)

Moonhorse
Bird Of Prey
All I Want
Deep Well
Pandoras Egg
Avatarium

Die Schweden sind absolute Großmeister in Sachen Doom. Wer glaubt, am frühen Abend komme Doom nicht zur Geltung, der soll sich Avatarium ansehen. Die Schweden luden zur Veranstaltung in die T-Stage ein und viele folgten dem Ruf. Was folgte, war eine Zeitreise in die 70er Jahre des Classic- und Hard Rocks aufgefrischt durch melodische Gitarren Riffs und einer gute Portion Doom-Metal. All das wurde gekrönt mit der unglaublich kraftvollen, dunkel-melodischen und bluesigen Stimme der Sängerin Jennie-Ann Smith. Einfach nur Wow!!! Die Stimme der Frau in Verbindung mit der Musik lässt angenehme Schauer den Rücken herunterlaufen. Die Musik perfekt durch die super Lichtshow untermalt, machte das Konzert zu einer runden Sache. Das Publikum wusste die großartige Show zu würdigen und verabschiedete die Band mit reichlich Applaus. Auch wenn es die Band erst seit 2012 gibt, haben sie sich zu Recht einen guten Ruf in der Szene erspielt. Live haben sie mich total überzeugt. Meiner Meinung könnten sie locker für den nächsten James Bond Film die Titelmelodie einspielen. Passen würde es allemal und damit wäre auch mal wieder eine coole Titelmelodie gegeben. Aber das ist nur meine bescheidene Meinung. (Amrei)

THRÄNENKIND (Camel Stage)

Monument
Silence Is Everything
Deleting Those Three Words
This Story Of Permanence
Neuer Song ohne Name
What We Believe In

Was zum Teufel versteht man denn unter „Vegan Straight Edge Post Metal“ ???? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, habe ich abends das bequeme Lager und dem eisgekühlten Cider den Rücken gekehrt und bin der untergehenden Sonne Richtung Camel Stage getigert um genau diese Frage zu beantworten. Vor der kleinen Camel Stage hatte sich schon eine beachtliche Menge an Leuten zusammengefunden, die dieser Frage scheinbar auch auf den Grund gehen wollten. Die 5 Münchener ließen die Katze aus dem Sack und raus kam ein wunderbare atmosphärische Mischung aus Death Metal und ein wenig Hardcore. Die Jungs hatten ihr Publikum schnell von ihrem Musikstil überzeugt und überall sah man nickende Köpfe bis hin zu fliegenden Haarmähnen. Das positive Feedback der Leute erfreute die Jungs sichtlich und sie gaben alles auf der Bühne. Eine sehr sympathische Band die man hoffentlich noch sehr oft live zu sehen bekommt. (Amrei)

DEATH ANGEL (T-Stage)

Left For Dead
Son Of The Morning
Claws In So Deep
Buried Alive
Seemingly Endless Time
Evil Priest
Succubus
The Dream Calls For Blood
Caster Of Shame
Thrown To The Wolves

Nachdem das Billing am Mittwoch noch recht übersichtlich gehalten ist, beginnt mein „Arbeitsalltag“ nach dem Herrichten des Camps und mit den nachkommenden Kollegen ein Begrüßungsbierchen trinken, eher gemächlich. Jäh unterbrochen wird der Müßiggang von den Jungs rund um Rob Cavestany, die mich schlagartig wachrütteln. Überrascht vom erstaunlich guten Sound im Zelt, finde ich mich inmitten einer zahlreich angetretenen Meute wieder, um den thrashigen Klängen zu frönen. Gleich mit dem Opener „Left for Dead“ vom 2013er Album „The dream calls for Blood“ wird klar, dass Death Angel niemals etwas anbrennen lassen. Auch wenn der Focus des Sets bei vorgenanntem Album liegt, dürfen Klassiker wie „Thrown to the Wolves“ oder „Claws in so deep“ natürlich nicht fehlen, und somit wird dem dankbaren Publikum ein perfekter Querschnitt der Bandgeschichte dargeboten. Thumbs Up! (Rico)

NERVOSA (Camel Stage)

Time Of Death
Invisible Oppression
Into Moshpit
Victim Of Yourself
Envious
Death
Justice Be Done
Urânio Em Nós
Morbid Courage
Masked Betrayer

Frauen und Thrash? Das kann doch niemals zusammenpassen! Von wegen! Das passt sogar sehr gut zusammen, besonders wenn die Ladys auch noch aus Brasilien stammen. Ich weiß ja net, was die Brasilaner so in ihren Kaffee mixen, aber egal was es auch ist, es bringt großartige Musiker hervor. Und die Damen sind auf dem besten Weg ganz Große zu werden. Es war mittlerweile schon ziemlich spät als das Trio die Bühne der Camel Stage betrat und von einer großen Menge an Leuten freudig begrüßt wurde. Für das Damentrio war somit eins klar: Hier warten feierfreudge Leute auf uns die was auf die Ohren bekommen wollen. Kein Problem, euer Wunsch ist unser Befehl!!! Mein lieber Scholli! Um einen Kumpel von mir zu zitieren: Was für ein Brett!!! Ein fetter Sound gepaart mit rasiermesserscharfen Riffs erfühlte die Nachtluft und ließ die Leute komplett ausflippen. Mir tut bloß bei der Erinnerung der Nacken noch weh. Die Ladys ließen die Herzen von Fans des Oldschool Thrashers höher schlagen. Man fühlte sich an die alten Werke von Kreator oder Sepultura erinnert. Den Mädels schien es auf der Stage so gut zu gefallen, dass sie ihr Konzert um 10 Minuten verlängerten. Wäre es nach den Fans gegangen, dann hätten sie noch locker 'ne Stunden länger spielen können. Nach dem Konzert schallten unzählige „Zugabe“-Rufe durch die Nachtluft und 2 der Thrashgöttinen gingen nach dem Konzert für eine gute halbe Stunden in den Graben um sich mit den Fans zu unterhalten oder Fotos zu machen. Sehr sympathischer Auftritt und hoffentlich folgen noch viele weitere. (Amrei)

DONNERSTAG, 13.08.2015

TROLLFEST (Main Stage)

Kaptein Kaos
Vulkan
Toxic
Brumlebassen
Die Grosse Echsen
Konterbier
Ave Maria
Böse Tivoli
Solskinnsmedisin
Helvetes Hunden Garm

Unleash the Breeze - Unleash the Trollfest!
Opening des Main Stage bei Sommer, Sonne, Trollgewitter - Trollfest rocken zum Auftakt ein volles Infield

Nachdem der letzte Auftritt von Trollfest noch gut in Erinnerung geblieben war, bei dem die Jungs um Jostein Austvik während des Rockharz Open Air 2015 mit ihrer Performance die sprichwörtliche Sau - treffender den Troll - raus ließen und quer durch das Infield trieben, sind die Norweger mit ihrem letzten Auftritt in Deutschland in 2015 auf dem Opener Slot des Main Stage als erste Band bespielen und den Startschuss für das Summer Breeze 2015 setzen.
Ohne merkliche Verzögerung und pünktlich mit der langsam einsetzenden Mittagshitze verkündeten die ersten Akkorde von „Kaptein Kaos“ den Beginn des Opener auf der Main Stage, wenn auch zunächst etwas kratzig und unvorteilhaft abgestimmt, dafür immerhin laut, aus dem massiven Lautsprechercenter der Bühnen-PA auf ein Infield, das bereits von Aufgang bis hin zum Graben und vor die FOH, damit weit über die Erwartung hinaus, von Scharen über Scharen an Metalheads geflutet war. Relativ schnell wurde der Auftritt als neuer Publikumsrekord gehandelt und es scheint bisher, als setzten Trollfest im Handstreich die Messlatte für kommende Opener des Main Stage noch ein Stück weit höher, ganz als ob sie nicht ohnehin schon hoch befunden hatte.
Fest in den Fängen der Band brodelte die Menge zu „Vulkan“, dabei aber noch auf den Ausbruch wartend, feierte die Band in merklich ausgelassener Stimmung, das Publikum daweil ließ sich tanzend, springend, bangend nur zu gern von Trollmannen führen. Mit „Toxic“ stellte sich der stimmungsmäßige Dammbruch auf dem Infield ein und das Publikum rockte das Folk Metal-Cover der verblassten Teenie-Ikone Britney Spears ganz schön gehörig.
Gefolgt wurde das ganze vom schnellen „Brumblebassen“, abgelöst vom dem stampfenden „Die Grosse Echse“, das sich als Ruhe vor dem Sturm im Bierglas erwies, ehe der smashenden Ohrwurm „Konterbier“ losbrach. „Ave Maria“ wurde ebenso gefeiert wie das drumlastige „Böse Tivoli“ und nach „Solskinnsmedsin“ lag etwas Havana in der Luft, die von den harten Gitarrenriffs von „Helvetes Hunden GARM“ ganz rasch wieder vertrieben wurde und die runde Zusammenstellung der Setlist angemessen abschloss.
Nach zwei gespielten Titeln schien die Technik endlich und gerade pünktlich des, zur Feierhymne erklärten Pop-Covers die Tonprobleme in den Griff zu bekommen. Doch gleich kurz darauf, kaum war „Toxic“ gespielt, rauchte dem sehr souverän reagierenden Gitarristen Mr. Seidel mitten im Spiel von „Brumblebassen" spontan die Technik ab. Aber der kehrte nach einem kurzen Sprung hinter die Bühne wieder zurück und die Gitarre nahm das Spiel wieder auf. Von da an blieb die Band von weiteren Ausfällen verschont.
Hinsichtlich des Spiel mit dem Publikum gelang es Trollfest ab der ersten Nummer, praktisch aus dem Stand heraus, die Zuhörer für sich zu gewinnen und dabei nicht nur die ohnehin vernarrten Fans zu aktivieren, sondern auch die zeitweilig zu Fans konvertierten Gäste und diese auf die Füße zu bekommen, während mit diversen Spielarten der rhythmischen Morgengymnastik auf denselben und überhaupt, bei der Stange zu halten. Als zu „Konterbier“ die Weißglut im Kessel Funken stob, setzten sich unter dem Anfeuern von Leadsänger Jostein mehrere Conga-Lines in Bewegung und wühlten sich weit in das Infield, sorgten für Bewegung in der längst zur Masse angewachsenen Publikumsmenge, trugen die Stimmung hinaus, die mit dem ersten Akkord von „Kaptein Kaos“ und von den Jungs bis zum letzten Riff von „Helvetes Hunden GARM“ lief, ohne dabei auch nur einmal vom Gas zu treten.
Fazit: Die trollenden Norweger hielten das früh angesetzte Tempo souverän aufrecht und steckten auch den zeitweisen Ausfall ihres Gitarristen ohne großes Aufrühren weg. Der Auftritt wurde unter der Moderation eines, zeitweise zum Front-Troll mutierten, Frontmann Jostein Austvik erhielt über die gesamte Setlist hinweg den eingeschlagenen Kurs kompromisslos, den er hart am Wind zu halten wusste. Das Publikum erschien zahlreich und schenkte Trollfest den Publikumsrekord für Opener auf dem Main Stage. Die Technik schwächelte allgemein, aber zunächst auf Kosten des musikalischen Genusses, erreichte nach zwei gespielten Titeln jedoch ein solides Niveau, das im weiteren Ablauf gehalten wurde, allerdings noch ausreichend Spielraum lies, um aus dem „solide“ ein „gut“, ja aus dem „gut“ ein „besser“ zu machen.
Es bleibt wohl festzustellen, das Trollfest den Donnerstag mit viel Spaß und guter Laune zu begonnen hat. Dafür wurde die Band vom Publikum belohnt, das sich unmittelbar auf der Wellenlänge der Folk Metaller wiederfand und auf den Troll-Train aufsprang. Daraus entwickelte sich ein Selbstläufer, der sich von guter Laune, Musik und gutem Wetter nährte und dann wie von selbst am Laufen hielt. Trollfest hat die schwere Aufgabe gemeistert und dem Summer Breeze ein würdiges Opening der Main Stage geliefert und dabei gleich gezeigt, wohin der Kurs zu gehen hat. (Jan)

MEGAHERZ (Pain Stage)

Zombieland
Fanatisch
5. März
Jagdzeit
Himmelsstürmer
Für immer
Miststück

Megaherz und die Ruhe vor dem Sturm
Auf zwanzig Minuten Stille folgte ein headlinewürdiger Auftritt

Vor einem dicht gedrängten Publikum standen Megaherz in ungewohnter Frühe zunächst ohne einen Ton heraus zu bekommen, der Donnerstag als erster Tag der großen Bühnen schlug hinsichtlich der technischen Panne bei ihnen in voller Stärke zu und es herrschte für gut zwanzig Minuten Stille.
Weder die brütende Mittagshitze, noch der Ausfall der PA hielt die versammelten Festivalgänger jedoch davon ab, die Band zu feiern und als die ersten Akkorde von „Zombieland“ endlich aus der Anlage schmetterten, war das Publikum bereits bestens aufgewärmt und rockte den Auftritt, während Leadsänger Lex den Baseballschläger passend zur Musik in bester NDH-Manier schwang.
Das Set der Band war eine gesunde Mischung aus bewährten Klassikern und neueren Stücken der „Post-Alex“-Ära, mit der die Band die Menge über die Dauer des Auftritts in Bewegung hielt und mit dem emotionsgeladenen „5. März“ einen Höhepunkt fand, bei dem der gesamte Bereich vor der Bühne in Bewegung schien und noch einmal zum Abschluss, unerwartet in Überzeit, nachdem „Für immer“ schon nach Zeitplan das Finale hätte sein sollen, mit „Miststück" das letzte aus den Fans und Zuhörern herausholte.
Wenn man von der technischen Panne absieht, hat Megaherz einen sauberen Auftritt auf der Bühne hingelegt und so wie der Ton wieder aus den Boxen schallte, blieben weitere Ausfälle in der Hinsicht nach einem kurzen Nachrichten an den Pulten der FOM aus. Die Fans nahmen die Verzögerung sehr gelassen hin und die Band versorgte die ersten Reihen laufend mit Wasser, was bei den Temperaturen und der schattenlosen Painstage zur Mittagszeit eine echt freundliche und vor allem willkommene Geste darstellte. Erfreulich war der Umstand, dass die verstrichene Zeit, die der Ausfall in Anspruch genommen hatte, vom Management mit der Festival-Organisation zumindest ein wenig ausgeglichen wurde. (Jan)

THE SIRENS (Main Stage)

Treat Me Like A Lady
Vervain
Death Hymn
Image
Saturnine
Push
Venus
Ride
Strange Machines
Sisters Of The Earth

Ach The Sirens, irgendwie eine interessannte Band. Ist das überhaupt eine „richtige“ Band? Die Songs waren solide und die meisten auch irgendwie bekannt, was bestimmt daran lag, dass die Sängerinnen auch noch andere Bands haben bzw. hatten und dementsprechend diese Songs vorgetragen haben. Die Stimmung im Publikum war gut, irgendwie freudig erwartend und genießend, also angepasst und wer schon immer mal drei tolle Sängerinnen zusammen sehen möchte, von denen man eventuell denken könnte, dass sie eigentlich immer Konkurrentinnen und Erzfeindinnen waren, der sollte sich ein The Sirens-Konzert ansehen. Wunderschöner Dreiklang. (Yvonne)

KYLE GASS BAND (Pain Stage)

Manchild
BBT
Dyin' Day
Our Job To Rock
Tremendous
Bro Ho
Hell Or High Water
I Want You Back- / Black Or White- / The Fresh Prince Of Bel Air-Medley
Gypsy Scroll
Vehicle
Boston

Wem der Name Kyle Gass nicht sofort geläufig ist, sollte sich erst einmal ein paar Stunden Zeit nehmen und sein bisher tristes Dasein mit Film und Musik dieses Mannes füllen. Für alle, deren Ohren beim Klang des Namens jedoch sofort verzückt klingeln, nun der Bericht über sein Solo Projekt auf dem Summerbreeze 2015. Es ist 13:30 Uhr, gefühlte 50°C in der prallen Mittagshitze vor der Pain Stage. Das sich vor der Bühne bereits eine riesige Menge an Leuten angehäuft hat, mag der Band durchaus gefallen, ist aber der Abkühlung nicht unbedingt zuträglich. Eine solche Meute kann kaum eine Band erwarten, deren erstes Album erst drei Monate zuvor in die europäischen Läden kam. Aber wer Tenacious D kennt, kommt an Kyle Gass nicht vorbei.
Das Problem an einer Supergroup, wie der Kyle Gass Band, ist, das sie sich immer an den Bands messen lassen müssen, aus denen sie hervorgehen. Daher kommen die meisten Fans wohl vor die Pain Stage, in der Erwartung ein Tenacious D Konzert zu erleben, oder zumindest etwas ähnliches. Weit gefehlt! Während der große Band Bruder durch Jack Black mit nicht zu wenigen humoristischen parts prahlen kann, sucht man diese bei der Kyle Gass Band stellenweise.
Allerdings, sieht man von der Verwandtschaft zu Tenacious D ab, ist die Kyle Gass Band eine tolle Ergänzung am Bandhimmel. Ein glasklarer Sound, perfekt gespielte Riffs und eine sichtlich eingespielte Band brachten das Summerbreeze zum rocken. Ich würde gerne moshen, ausrasten oder eskalieren schreiben, allerdings ist das mit entspanntem Southern Classic Rock nicht gerade das übliche Vorgehen. Das trübt allerdings bei den Eingangs erwähnten 65°C im Schatten die Stimmung nicht, sondern kommt gerade gelegen. Dann hat man mal ein paar Minuten Pause von der sonst so üblichen Eskalation.
Dem aus Kalifornien stammenden Kyle Gass macht diese Hitze offensichtlich nichts aus, und er rockt 45 Minuten aus Leib und Seele. Auch ein paar komödiantische Songs, wie "Bro Ho" oder ein gelungenes Medley aus Michael Jackson und DJazzy Jeff & The Fresh Prince zeigen, wie professionell und kreativ die Jungs sind. Insgesamt schaut man in etliche erstaunte Gesichter, da es für viele das erste mal Kyle Gass Band gewesen sein dürfte, und wohl kaum einer erwartet hat, wie toll so ein kerniges Southern Rock Konzert zu den heißen 80°C vor der Pain Stage passen wird. (Carsten)

CORVUS CORAX (Main Stage)

Bibit
Crenaid Brain
Venus Vina Musica
In Taberna
Spielmannstanz
Havfrue
Sverker
Twilight Of The Thunder God
Heiduckentanz
Chou Chou Sheng

Corvus Corax, das sind die selbsternannten Könige der Spielleute. Und: Wer kennt sie nicht? Gefühlt existiert diese Band schon mindestens genau so lange wie einige ihrer dargebotenen Stücke...Mittelalter!!!
Und schien es doch vor wenigen Jahren auch als hätten sie ihren Zenith weit überschritten und drohten in der Versenkung der Bedeutungslosigkeit zu versinken. Komplett falsch! Die Männer tragen den bereits erwähnten Beinamen zu Recht und mit ihrer explosiven Musik aus treibenden Trommelfeuern und eingängigen Dudelsack- und Schalmeimelodien haben sie das Publikum in ekstatische Verzückungen gespielt, der heißen frühnachmittäglichen Sonne trotzend.
Absolut sehenswert und ich persönlich bekomme eigentlich Ohrenschmerzen von derartiger Musik. Gute Laune, eingespielte und wunderbar harmonierende Musiker eine gute Mischung aus 'alten Hasen' und der jüngeren Generation. (Yvonne)

TANKARD (Pain-Stage)

Zombie Attack
The Morning After
Rapid Fire
Metal To Metal
R:I:B (Rest In Beer)
Chemical Invasion
Rules For Fools
A Girl Called Cerveza
(Empty) Tankard

Wer bei Tankard außergewöhnliches erwartet, könnte enttäuscht werden…Unsinn! Vielmehr präsentieren sich die Frankfurter Bierfetischisten live immer wieder als sichere Bank und Garant für gute Laune! Angefangen von „Zombie Attack“, bis zum Abschluß des Sets mit „Empty Tankard“ laden die Songs zum Mitgrölen ein, und dieser Einladung folgen trotz erbarmungsloser Hitze nahezu alle angetretenen Hörer. Kein Wunder, denn an dem pumpenden Bass, der aus den Boxen dringt, kommt man so leicht nicht vorbei, und die Texte sind schließlich eingängig und zielgruppenaffin genug. Absolut souverän meistert außerdem „Aushilfsdrummer“ Gerd Lücking von „Holy Moses“ seinen Job, nachdem Stammschlagwerker Olaf Zissel aufgrund eines Krankenhausaufenthalts am Summer Breeze Gig nicht teilnehmen kann. Frontmann Gerre versäumt es natürlich nicht seine besten Genesungswünsche an seinen Mitstreiter zu schicken, und die hochgereckten „Pommesgabeln“ des Publikums begleiten diese…(Rico)

DIE APOKALYPTISCHEN REITER (Main Stage)

Freiheit.Gleichheit.Brüderlichkeit
Revolution
Wir
Der Adler
Ein leichtes Mädchen
Friede Sei Mit Dir
Es Wird Schlimmer
Nach Der Ebbe
Der Seemann
Die Schönheit der Sklaverei
Reitermania
Der Rausch
Die Sonne Scheint...

Es ist leider immer noch nicht kälter geworden. Alkohol induziert interessiert das aber kaum noch jemanden. Dafür bekommt man einen Eindruck warum Metalheads auf ein Festival fahren: Um einmal richtig ordentlich zu feiern.
Allem Anschein nach dachte sich das gleichzeitig die halbe Summerbreeze Population. Zu den ersten Tönen des Intros waren schiere Mengen vor der Main Stage versammelt, so das die Leute an den hinteren Getränkeständen froh über die große Leinwand zwischen den Bühnen sein konnten. Die moralische Keule zu Anfang bei "Freiheit.Gleichheit.Brüderlichkeit" und "Revolution" geschwungen, geben die fünf sehr schnell Gas. Das Publikum benötigt ein paar Songs um die letzten Zweifel ab zu streifen, ob sie jetzt mitfeiern wollen oder lieber der Hitze erliegen. Ersteres gewinnt allerdings spätestens bei "Der Adler".
Danach ist das Eis auch endgültig gebrochen und es gibt große Circle Pits, riesige Ruderboot Pits und sehr ausgiebige Singchoräle. Wer die Reiter bereits einmal live erlebt hat, wird nicht über die nie enden wollende Flut der Crowdsurfer überrascht sein. Die Setlist gibt nach der Hälfte nur noch Vollgas und haut einen Klassiker nach dem nächsten raus. Aber auch ältere Stücke sind vorhanden, wie etwa "Die Schönheit der Sklaverei" oder "Der Rausch" was Fans der alten Stunde (wie mich) und die Reitermaniacs natürlich riesig freut.
"Die Sonne scheint mir aus dem Arsch" beendet das Konzert der Apokalyptischen Reiter mit einem Stück, welches kaum passender für die Sommerhitze und die ausgelassene Festivalstimmung sein könnte. Wie gewohnt ist der Sound sehr gut, von Anfang bis Ende. Wenn die Band die Main Stage sichtlich erschöpft verlässt, bleibt das Gefühl, bereits am Nachmittag einen Headliner gesehen zu haben. (Carsten)

DESTRUCTION (Pain Stage)

Curse The Gods
Thrash Till Death
Nailed To The Cross
Mad Butcher
Armageddonizer
Eternal Ban
Life Without Sense
Carnivore
Death Trap
Total Desaster
Butcher Strikes Back
Bestial Invasion

Noch so eine Bank… viel mehr muss man auch zu der Band, die sich nach über 30 Jahren Bandgeschichte natürlich eine beachtliche Fangemeinde aufgebaut hat, nicht mehr sagen. Leider finden nur relativ wenige Anhänger anfänglich den Weg vor die Pain Stage, vielleicht gibt sich „Schmier“ deshalb auch etwas wortkarg. Ungeachtet dessen geht es direkt los und der Platz vor der Bühne verwandelt sich in einen Sandsturm. Ob „Death Trap“ oder „Total Desaster“, bei DESTRUCTION ist der Name Programm und die Fans, die ab dem dritten Song „Nailed to the Cross“ nun auch etwas zahlreicher werden, zerlegen das Feld, prompt werden auch Schmiers Ansagen etwas ausführlicher. Alles in Allem ein toller Gig, bei dem man umgehend ins Schwitzen kam ... und das lag nicht nur an der Hitze durch Sonnenschein und Pyros. (Rico)

BLACK STONE CHERRY (Main Stage)

Maybe Someday
White Trash Millionaire
Holding On...To Letting Go
Blind Man
Me And Mary Jane
Rain Wizard
In My Blood
Built for Comfort (Not for Speed)
Fiesta Del Fuego
Bad Luck & Hard Love
Blame It On The Boom Boom
Lonely Train
„Maybe someday“ was today“

Die Schwarzsteinkirschen lieferten mit Southern Rock den Auftakt zum Abendprogramm
„Siebzehn Drumsticks auf des toten Mann’s Kiste“ wäre ein gutes Fazit für den Auftritt der Rocker von Black Stone Cherry am einklingenden Abend des Donnerstag auf dem Summer Breeze 2015. Das zumindest ist die offizielle Zahl der gesichteten Drucksticks, die es während des fulminanten Auftritts der Band aus dem US-amerikanischen Edmonton, Kentucky entweder ganz zerlegte oder in Richtung Publikum befördert haben soll und den Auftritt der Jungs sehr gut zusammenfasst.
Mit dem Opener „Maybe Someday“, einem Klassiker vom ersten Black Stone Cherry-Album fing die Band im Handumdrehen die Menge für sich ein, die sich zahlreich, bis an die FOH heran, versammelt hatte und sofort die Punchline für die Stimmung der nächsten Stunde setzen sollte, die ohne technische Einbrüche mit einem überraschend sauberen Klang und guter Abmischung seitens der Tontechnik über die gesamte Dauer des Auftritts einen sehr positiven Eindruck hinterlassen sollte.
In der Setlist liefen dabei nicht nur klassische Hits der Band, sondern durchaus auch selten gehörte Underdogs der Alben, bei denen der Leadsänger Chris Robertson sich, flankiert von Gitarrist Ben und dem Bassisten Jon auf das Spiel mit der Menge einließ, die mit ausgesprochen guter Stimmung auf das eher ungewöhnliche Set der Band reagierte und bei "Blame It On The Boom Boom" gleich den ganzen Refrain für den ansonsten ausgesprochen stimmstarken Chris übernahm.
Mit dem rockigen Brecher „Lonely Train“ sorgten Black Stone Cherry noch einmal für ordentlich Wirbel vor der Bühne und an den Brechern, verliehen damit dem Auftritt einen würdigen Abschluss, der nicht zuletzt aufgrund der außerordentlichen Performance von John Fred Young an den Drums zu einem wirklich lohnenswerten Auftritt.

SODOM (Pain Stage)

Agent Orange
The Vice Of Killing
Outbreak Of Evil + The Saw Is The Law
Nuclear Winter
Sacred Warpath
Sodomy & Lust
Stigmatized
Napalm In The Morning
City Of God
Blasphemer
I Am The War
Ausgebombt

Bei Tom Angelrippers Anhängern hat es sich offenbar rechtzeitig rumgesprochen, dass Sodom pünktlich um 19:15 zum Angriff blasen, und so ist es vor der Bühne zum Opener „Agent Orange“ knüppelvoll. Dementsprechend motiviert sind die Jungs dann wohl auch, denn sie strotzen nur so vor Spielfreude und brennen ein Feuerwerk von Klassikern kreuz und quer durch die Bandgeschichte ab, dass es nur so kracht! Stellvertretend seien an dieser Stelle noch „ Nuclear Winter“, „Remember the Fallen“, „Blasphemer“ genannt, die vom Publikum inbrünstig untermalt und abgefeiert werden, wie berechtigterweise der gesamte Auftritt. Nach dem letzten Song fühle ich mich ungefähr so, wie er hieß…Ausgebombt! (Rico)

OPETH (Main Stage)
v Eternal Rains
Cups Of Eternity
Drapery
To Rid The Disease
Devils Orchard
Heir Apparent
Grand Conjuration
Deliverance

Was gibt es zu Opeth noch zu sagen? Können diese Musiker mit ihrer Musik, ihrer stilvoll inszenierten Bühnenshow mit ihrer Hingabe und Perfektion überhaupt enttäuschen? Ein ganz klares NEIN. Wenn ich daran denke, bekomme ich noch Gänsehaut. Eine einzigartige Klangwelt eröffnete sich ziemlich kitschig bei einem wunderschönen Sonnenuntergang. Worte vermögen das Erlebte kaum zu beschreiben, es war grandios! Perfekte Songauswahl und ein zwar wortkarger aber gut gelaunter Frontmann begeisterten zusehends. (Yvonne)

SALTATION MORTIS (Pain Stage)

Früher war alles besser
Idol
Sündenfall
Wachstum über alles
Nur ein Traum
Wo sind die Clowns?
Eulenspiegel
Knöterich
Totus Floreo
Satans Fall
Koma
Willkommen in der Weihnachtszeit
Prometheus
Uns gehört die Welt
Spielmannsschwur

Juhuuu ich darf über meine Lieblingsband schreiben! (Ironie aus)

Noch komplett geflasht von dem Hammer Konzert von Carnifex hatte ich noch genügend Zeit jagen zu gehen. Mittlerweile war es dunkel geworden und so genoss ich es in der freien Zeit, die mir noch verblieb, über den Platz zu streunern. Nach erfolgreicher Jagt (die Preise treiben einem ja doch teilweise Tränen in die Augen) machte ich mich auf den Weg zur Painstage. Wie nicht anders zu erwarten war, war es dort rappel voll. Begeisterte Arme streckten sich in die Höhe und klatschten frenetisch den Einzug der Band auf die Bühne. Die Band eröffnete das Konzert mit dem Lied „Früher war alles besser“ (In der Tat, früher war die Band tatsächlich besser) und schon ging die Post ab. Natürlich gab es auch etwas zu feiern, nämlich das 15 jährige Bestehen der Band. Und die Fans waren mehr als willig mit der Band zu feiern. Lasterbalk der Lästerliche war (wie immer) für die salbungsvollen Worte zuständig, während Alea (wie immer) für die Bühnenshow zuständig war und mit halb nacktem gestählten Oberkörper die Menge anheizte. Das Publikum wurde (wie immer) zu Aleas Marionette und tat alles was er wollte. Eine bunte Mixtur von Liedern feuerte die Band neben einer spektakulären Feuershow in den Nachthimmel. Natürlich durfte der Crowdsurfing-Ausflug von Alea nicht fehlen. Und Überraschung ,es war ausnahmsweise nicht zu dem Lied „Falsche Freunde“. Ob man Samo jetzt mag oder nicht, aber eins muss man ihnen lassen, sie sind eine sehr gute Liveband. (Amrei)

KREATOR (Main Stage)

Intro: Choir Of The Damned
Enemy Of God
Terrible Certainty
Phobia
Awakening Of The Gods
Endless Pain
Warcurse
Intro: Mars Mantra
Phantom Antichrist
From Flood Into Fire
Extreme Aggression
Suicide Terrorist
Black Sunrise
Hordes Of Chaos
Civilization Collapse
Intro: The Patriarch
Violent Revolution
Pleasure To Kill
Outro: Until Our Paths Cross Again

BÄÄÄÄMMMM!!! Kaum klingen die letzten Töne des Intros noch nach, feuert eine KANONE Papierflitter über die erwartungsfrohe Crowd. Was für ein Auftakt zu einem nahezu beispiellosen Gig, den Kreator hier abliefern und mit dem sie ihren Headliner-Status dieses Tages mehr als eindrucksvoll untermauern. Eröffnet mit „Enemy of God“, gefolgt von“ terrible Certainty“ dem eindringlichen „Phobia“ und unendlich vielen weiteren Glanzlichtern der Thrash-Historie, bringen Kreator die Menge unwillkürlich- oder ist es doch eher Willkür?- zum Brodeln und Ausrasten. Frontsau Mille hat bekanntlich wie kaum ein anderer sein Publikum fest im Griff, und so teilt er nach Belieben die Massen jesusartig in zwei Hälften um die Wall of Death zu initiieren oder einen Circle Pit anzuzetteln, obwohl dafür vor der Bühne eigentlich gar kein Platz mehr ist, so dicht wie sich Fans davor drängen. Wer diese grandiose Show von KREATOR verpaßt hat, dem kann man leider nicht mehr helfen. Glasklarer Sound, druckvoll mitreißend, Konfettikanonen, LED-Animationen und Nebelmaschinen im Dauerbetrieb dominieren die Show der Thrash-Giganten. Das gesamte Ambiente und die Umsetzung schreit dermaßen laut nach Superlativen, dass mir schier die Worte fehlen! Die Wellenbrecher sind hier herzlich willkommen und mehr als angebracht, denn so voll war es selten vor einer Bühne. Vorteil hierbei: Die massenhaften Crowdsurfer müssen sich keine Sorgen machen runterzufallen. Die liebevoll „Grabenschlampen“ genannten Securities hatten jedenfalls buchstäblich alle Hände voll zu tun. Selbstverständlich ließ auch die Songauswahl kaum Wünsche offen, selbst wenn es bei der Vielzahl an hörenswertem Songmaterial der Band sicher schwer fällt eine Setlist auszuwählen, die allen gerecht wird. Operation gelungen! Kreator befinden sich heutzutage in einer mehr als bestechenden, ja überragenden Form und aus meiner Sicht sind sie der unangefochtene Premium-Thrash-Act aus Deutschland schlechthin! Einfach beeindruckend. (Rico)

AMORPHIS (Pain Stage)

Into Hiding
The Castaway
First Doom
Black Winter Day
Drowned Maid
In The Beginning
Forgotten Sunrise
To Father’s Cabin
Magic & Mayhem
Karelia
Vulgar Necrolatry
Better Unborn
Against Widows
My Kantele
Folk Of The North

Von den letzten Kreator-Klängen Kreator noch völlig benommen, folgte nun ein kurzer Sprint rüber zur Pain Stage, wo der größte finnische Exportschlager ein „1000 Lakes Special“ angekündigt hat. Also postiere ich mich erwartungsvoll an geeigneter Stelle und bin kurz darauf, gelinde gesagt, etwas enttäuscht. Die Vocals sind kaum zu hören, während der Basssound alles niederwalzt und dadurch die Gitarren in den Hintergrund gedrückt werden. Einzig Santeri Kallios Keyboards vermögen die Basswand gelegentlich nachhaltig zu durchdringen.
Schade, denn die Band spielt tatsächlich das komplette „Tales From The Thousand Lakes“-Album durch und setzt noch ein paar zusätzliche Songs nach, die üblicherweise nicht im Gepäck der Finnen zu finden sind.
Dennoch will bei mir der Funke nicht so recht überspringen. Liegt es an der vorangegangenen Leistung von Kreator? Liegt es daran, dass Herr Joutsen sich von seinen Dreadlocks verabschiedet hat? Oder sind die Jungs einfach müde, da sie erst zu vorgerückter Stunde die Bühnenbretter entern und sich deshalb selbst für ihre Verhältnisse eher bewegungsfaul geben?
Oder war meine Erwartungshaltung einfach zu überzogen? Den Rest der anwesenden Fanschar scheinen die von mir nachteilig empfundenen Punkte nicht zu stören, denn Amorphis werden von Ihrer Anhängerschaft in üblicher Weise gefeiert. (Rico)

Da es unmöglich ist, über alle Bands gebührend zu schreiben hier eine Auswahl an Bands der Camel- ung T-Stage vom Donnerstag:

NACHTGESCHREI (Camel Stage)

Kerberos / Eden
Monster
Das Nichts
In Die Schwärze Der Nacht
Sirene
Schlaflos

Am späten Nachmittag war es dann soweit die Öhrchen für Mittelalter-Rock zu öffnen und ab ging es mit einem eisgekühlten Cider zur Camel Stage. Die Sonne verlor so langsam an Kraft und machte es somit leichter die Musik zu genießen ohne gleich in der Hitze zu schmelzen. Vor der Camel Stage hatte sich schon eine beachtliche Menge an Leuten zusammengefunden die die Frankfurter freudig begrüßten. Die Mittelaltereinflüsse blieben bei dem Konzert doch sehr im Hintergrund während der rockige Teil eindeutig im Vordergrund agierte. Für ein Metalfestival keine schlechte Idee, auch wenn ich persönlich kein so großer Fan dieser Richtung bin. Die Gruppe hatte ihr erst 1 Woche altes Album sowie ein paar ältere Songs mit im Gepäck die sie zum Besten gaben. Eine bunte Mischung aus sehr tanzbaren Stücken die vom Publikum freudig angenommen wurde. Es wurde getanzt und die Köpfe im Takt der Musik geschwungen. Die Kombo hatte viel Spielfreude mitgebracht und es freute sie sehr, wie begieirig das Publikum jedes ihrer Lieder feierte. Nach jedem Song bedankte sich der Sänger glücklich beim Publikum und bat ganz außer Atem, bei den Veranstaltern des Summer Breeze doch dafür zu stimmen, dass sie nächstes Jahr wieder dabei sein dürfen. (Amrei)

BETRAYING THE MARTYRS (T-Stage)

Liberate Me Ex Inferis
Because of You
Man Made Disaster
Where the World Ends
Love Lost
Let It Go (Idina Menzel cover)
Life Is Precious
Legends Never Die

Ja, krass. So gut hätte ich es nicht erwartet und zugegebenermaßen war ich schon länger im so genannten „Elsa“-Fieber und schmettere auch gerne mal den Disney Klassiker „Let it go“. Warum nur sind Metalcore-Versionen von Popsongs so gut? Also ernsthaft jetzt? Das Konzert jetzt auf diesen einen Song zu reduzieren, wäre unverantwortlich, aber ja, es war schon mein kleines Highlight...aber dem gesamten Auftritt würde es nicht gerecht werden. Das Zelt war voll, die Stimmung im Publikum supergut, es war ein grandioser Abriss und keiner konnte wirklich still halten. Diese Band kannte ich vorher nur peripher, so dass ich viele der Songs gar nicht genau kannte, aber das war egal, da der Auftritt einfach mitreißend war. (Yvonne)

DORNENREICH (T-Stage)

Intro
Der Wunde Trieb
Flammenmensch
Jagd
Schwarz Schaut Tiefsten Lichterglanz
Der Hexe Flammend’ Blick
Erst Deine Träne löscht den Brand
Trauerbrand

Ich konnte es nicht bis zum Ende aushalten. Schade eigentlich, sind Dornenreich doch irgendwie spektakulär, interessant, außergewöhnlich und irgendwie spektakulär...oder auch nicht??? Lag es an mir oder lag es am Sound oder an der Attitüde des Frontmannes? Vielleicht ist die Musik von Dornenreich aber auch für Daheim und schnuckelige Club-Atmosphäre gemacht. Jedenfalls in einem Raum in dem auch die Reduziertheit des Settings besser zur Geltung kommt. (Yvonne)

OBEY THE BRAVE (T-Stage)

Raise Your Voice
Up in Smoke
C'est La Vie
Lifestyle
It Starts Today
Short Fuse
Full Circle
Live and Learn
Garde la Tête Froide
Get Real

Keep it simple, keep it real!
Obey The Brave fegten wie Sandsturm über den T-Stage

Wann wird aus einem Newcomer ein Regular? Ungeachtet der Frage hat sich Obey The Brave in den vergangenen drei Jahren in der Metalcore-Szene einen Namen gemacht und trat vor einem gut zur Hälfte gefüllten Zelt auf dem Summer Breeze auf der T-Stage auf, um growlend und shoutend zu harten Gitarrenriffs ein wenig Action in die Menge zu bringen, die vom bisherigen Programm eher mit Samthandschuhen sanft durch den Donnerstag geführt wurde.
Neben den vom klassischen True-Metaller leicht zu unterscheidenden Fans des Hardcore-Genre waren in der Menge auch eine nicht zu unterschätzende Zahl an interessierten Kuttenträgern unterwegs, von denen einige sich durchaus auf die vorgetragene Musik headbangenderweise einließen, während vom ersten Titel an vor der Bühne an den Brechern handfeste Action angesagt war und sich der Pit gar nicht erst schließen wollte, aber zumindest mit jedem Breakdown wieder aufs neue öffnete und am Ende des Auftritts der Staub als stehende Wolke noch eine ganze Weile als Zeuge der Action im Pit in der stickigen Luft des Zeltes stehen blieb.
Sänger Erian spielte meisterlich mit dem Publikum und es gelang ihm mühelos, die Fans vor der Bühne mit seinen Einlagen in seinen Bann zu ziehen, mit ihnen zu spielen und sie durch die Setlist zu führen, die für die Stilrichtung durchaus abwechslungsreich ausfiel und immer wieder Luft zum Durchatmen ließ.
Technisch war alles im Lot und der Sound, auch wenn er hier und dort unter den preschenden Riffs ab und an übersteuerte, er würdigte den Auftritt der Band, die an diesem Donnerstagnachmittag eine ordentliche Ansage an die folgenden Bands ihres Genre machten und ihnen eine ersteinmal zu überwindende Messlatte setzten. „Not trying to reinvent the wheel. We keep it simple. We keep it real.“ - Ehrliche Worte und ehrlicher Sound, dem blieben die Jungs von Obey The Brave treu und haben mit dieser Einstellung überzeugt. (Jan)

JOHN COFFEY (Camel Stage)

Broke Neck
Dirt & Stones
Relief
Featherless Redheads
I’ve Got A Bastard Virus…
Heart Of A Traitor
Oh, Oh Calamity
Romans

Bis zum Auftritt von John Coffey hatte ich noch massenhaft Zeit die ich dazu genutzt habe Black Stone Cherry zu sehen. Großartiger „Dicke Eier Rock´n Roll“ mit einem unfassbar guten Sänger. Was für ein Stimmvolumen!!! Das musste mal am Rande erwähnt werden, auch wenn ich für die Band nicht als Schreiberling eingeteilt wurde. Gut gelaunt ging es dann endlich zu dem Auftritt von John Coffey auf der Camel Stage. Und wer jetzt nichts mit dem Namen anfangen kann, einfach mal bei Youtube John Coffey und Bier eingeben. Naaa, jetzt wissen wir alle wer sich hinter den Namen verbirgt, oder? Richtig, eine saucoole Band aus den Niederlanden. Die Sonne war im Begriff unterzugehen, so dass man ohne Sonnenbrille dem Konzert beiwohnen konnte. Das Fehlen der Sonnenbrille ist sehr wichtig, denn für die Mischung aus rotzigem Rock´n Roll, Punk, ein paar Hardcore Elementen und ganz viel Chaos war die Sonnenbrille komplett Fehl am Platz, es sei denn man hatte nichts dagegen, dass sie beim Pogen kaputt ging. Und es wurde ordentlich gepogt. Da die Band eher im Punk zu Hause ist, wurde sie wohl bisher auf vielen Metalfestivals abgelehnt und aus diesem Grund war die Freude auf dem Summer Breeze zu spielen so groß, dass die komplette Band (bis auf den Schlagzeuger) auf der Bühne hüpfte und rumwirbelte. Allen voran der Sänger David, die Rampensau! Bei dem Konzert still zu stehen war einfach unmöglich, was auch daran lag, dass der Sänger das Publikum immer wieder anheizte. Natürlich sprang der Sänger ins Publikum und ließ sich von der begeisterten Menge tragen und schaffte es doch tatsächlich dabei ganz normal weiter zu Singen. Respekt! Schade, dass das Konzert schon nach einer halben Stunde vorbei war. Die Jungs muss man Live gesehen haben. Ganz großes Kino mit einer riesigen menge Spaßfaktor. Ganz klare Live Empfehlung!!!!!! (Amrei)

CARNIFEX (T-Stage)

In Coalesce With Filth and Faith
Hatred and Slaughter
Slit Wrist Savior
Dark Days
Until I Feel Nothing
Dragged Into the Grave
Dead But Dreaming
Die Without Hope
Lie to My Face
Hell Chose Me

Noch die gute Musik von John Coffey im Ohr ging es im Anschluss zur T-Stage zu Carnifex. Dieses Konzert hätte folgende Überschrift verdient: Welcome to the Massacare created by Carnifex! Sobald man im Zelt stand, war man im Hexenkessel gefangen. An eine Flucht war nicht zu denken. Sofort wurde man vom unfassbar brutalen, klaren und massiven Sound in Beschlag genommen. Was für ein Hexenkessel sich in den 45 Minuten entladete war unglaublich. 45 Minuten volle Lotte auf die Fresse (sorry für die Ausdrucksweise, aber anders kann man das nicht beschreiben). Die Amis um Scott Lewis trieben die Meute zu absoluten sportlichen Höchstleistungen an. Scott forderte von der Menge pro Lied mindestens fünf Circle Pits und dem wurde auch Folge geleistet. Auch wenn ich die Circle Pits nicht mehr sehen konnte, konnte ich an der riesen Staubwolke, die sich über den Köpfen der Menge ausbreitete und für ordentliche Hustenattacken sorgte, erkennen, dass seine Forderungen begierig ausgeführt wurden. Hin und wieder kamen total zerschundene, humplende in Schweiß gebadete aber mit einem fetten Grinsen im Gesicht Leute aus dem Hexenkessel raus. Es war schon putzig, als ein Mann sich neben mir stellte und mir ganz stolz ins Ohr brüllte, sein Sohnemann um die 20 rum, wäre da jetzt vorne im Pit. Er wäre mit seinen über 40 Jahren leider zu alt für den Pit, aber er würde das Konzert total geil finden. Ich sah sogar Leute aus der oldschool Hardcorefraktion die anerkennend mit dem Kopf zum Takt der Musik nickten. Na das nenne ich doch mal ein Kompliment, wenn man weiß, dass diese Kerle normalerweise immer ganz cool in der Gegend rumstehen. Nach 3 Songs gab es kurze Verschnaufpausen für alle, die Scott dazu nutze kurz etwas Flüssigkeit zu tanken, während die Leute die Zeit nutzten, ihre Köper zu strecken und zu dehnen um für den nächsten Angriff bereit zu sein. Und dann ging es auch schon wieder volle Lotte los. Normalerweise bin ich ja kein großer Fan von Death-Core, aber bei diesem Konzert stimmte einfach alles. Carnifex muss man Live gesehen haben!! (Amrei)

EISREGEN (T-Stage)

Intro
Todestag
Marschmusik
Blutkreis
Nachtverzehr
Scharlachrotes Kleid
Tod senkt sich herab
Lustmord
Brummbär
Panzerschokolade
Elektrohexe

Solange man noch relativ unverbraucht und frisch ist, trifft einen der Gestank an der T-Stage wie ein, aus einem Pumakäfig geschmiedeter, dreckiger Hammer. Es ist wirklich widerlich. Wahrscheinlich bin ich einfach nur zu nüchtern, wie konnte mir das passieren...
Aber eigentlich passt es auch ganz zu der Band, die da in Kürze ihr Stelldichein geben soll. Man kann viele Adjektive benutzen, um Eisregen zu beschreiben. Widerlich passt hier und da auch ganz gut. Eigentlich sollte man die mit Sicherheit anwesende Meute von Beamten der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien, welche aufpassen, das auch ja keine Stücke von der Liste gespielt werden, befragen wie man Eisregen am besten beschreibt. Dem Rest der Meute im Zelt scheint es nicht so zu gehen wie mir, denn es ist randvoll. Bereits beim Intro gibt es lautstarke Freudenrufe. Praktisch ist natürlich, dass das neue Album "Marschmusik" der Thüringer Band pünktlich zum Summer Breeze erschien. So wurden direkt am Anfang ihres Sets zwei neue Songs zum besten gegeben, die die Leute sehr gut aufnahmen. Das gnadenlos bei jedem Lied, das es erlaubte, gemosht und gebangt wurde, brauch an dieser Stelle kaum erwähnt werden.
Generell hat der morbide, kranke Stil von Fronter Michael "Blutkehle" Roth sehr viel Anklang gefunden, und die Stimmung im Zelt stieg exponentiell mit der Setlist und hatte bald, bei dem beliebten Klassiker und letzten Stück "Elektrohexe" sein Maximum erreicht. (pun intended) (Carsten)

FREITAG, 14.08.2015

ANY GIVEN DAY (Main Stage)

Home Is Where The Heart Is
Darkness Within
Dead And Gone
Never Say Die
Diamonds
Anthem For The Voiceless
My Own Sweet Hell
The Beginning Of The End
Possession

Beginnen wir diesen heißen Tag doch einfach mal mit guter Musik, nämlich mit Any Given Day. Wenn sich schon um 11:00 Uhr in der erbarmungslosen Mittagshitze eine Horde feierwütige Leute vor der Painstage einfinden um Any Given Day zu sehen, dann soll das schon was heißen. Und dementsprechend ballerten die Jungs um Dennis Diehl einen nach dem anderen raus und sorgten so für frühmorgentlichen (ja 11:00 Uhr ist auf einem Festival verdammt früh) Höchstleistungssport. Natürlich haben alle auf dieses eine Lied gewartet. Dieses eine Lied, welches der vorher relativ unbekannte Band in Sekundenschnelle zum absoluten Bekanntheitsgrad verhalf. Dieses eine Lied, das zum besten Cover des Jahres, wenn nicht sogar des Jahrzehnts gehört. Ich glaube ich brauche nichts weiter zu schreiben, alle wissen welches Lied gemeint ist. Und wer tatsächlich immer noch keine Ahnung hat, hat die letzten 2 Jahre geschlafen und tut mir einfach nur leid. Sobald die ersten Klänge zu hören waren, flippten alle aus und es wurde mitgegrölt was das Zeug hält. Sogar eine sehr ansehnliche Wall of Death entstand dabei. Schade, dass sie das Lied schon so früh gespielt haben. Aber egal, live ist diese Band einfach nur sehr geil und hat mich sehr beeindruckt. Ein gelungener Start in den Tag der mir wirklich dabei half den Auftritt der Band anzusehen, über die ich eigentlich Schreiben muss... (Amrei)

HEIDEVOLK (Pain Stage)

Dageraad
Winter Woede
Ostara
Saksenland
Dondergod
Herboren In Vlammen
Drankgelag
Nehalennia
Einde Der Zegen
Vulgaris Magistralis
Veleda

Neuer Tag, neues Glück? Zu relativ früher Stunde, und schon wieder glühender Hitze, mache ich mich auf den Weg auf´s Festival-Gelände und bin überrascht, wie viele zahlende Gäste sich ebenfalls zu Heidevolk aufgemacht haben und den Ground bevölkern. Und das völlig zu recht! Denn der Sound, der den Anwesenden um die Ohren weht, ist nur als brillant zu bezeichnen. Und das was die Niederländer da abliefern, ist weiß Gott nicht von schlechten Eltern! Die charakteristischen Zwie- und Choral-Gesänge der beiden Fronter sorgen augenblicklich für Bewegung im Publikum und für eine Top-Stimmung, die unter Klatschen und Springen immer weiter eskaliert. Zum Song „Dondergod“ und dem folgenden „Saksenland“ sind dann schließlich alle hellwach und untermalen die Refrains lautstark, und selbst Crowdsurfer sind schon wieder zahlreich zu sichten. Sehr gut auch, dass die Security den Feuerwehrschlauch im Anschlag hat und fleißig Gebrauch davon macht, um dem vor Hitze und vor Allem Begeisterung kochenden Volk ein wenig Abkühlung zu gönnen. Rundum gelungene Darbietung! (Rico)

KISSIN' DYNAMITE (Pain Stage)

DNA
Running Free
She's A Killer
Maniac Ball
Love Me Hate Me
Six Feet Under
Sex Is War
Ticket To Paradise
I Will Be King
Operation Supernova

Kissin´Dynamite... Ich weiß, das klingt jetzt gerade nicht sehr freundlich und ist der Band gegenüber auch nicht sehr nett, aber ich kann mit Glam-Rock überhaupt nichts anfangen. Mittlerweile war vor der Bühne nicht mehr ganz so viel los wie bei Any Given Day, als die Herrschaften auf die Bühne kamen. Ich weiß ja nicht ob das Absicht war, aber der Auftritt war derbst übertrieben. Ob sie sich selbst und die Sparte Glam Rock aufs Korn genommen haben? Man weiß es nicht. Munter stolzierte der Sänger Johannes (zarte 23 Jahre jung, maaaan ich fühle mich uralt!) auf der Bühne rum und trällerte voller Pathos, sowie sich das für eine amtliche Glam Rockband gehört, seine Lieder ins Mikro. Alles in allem ein extravagenter (für mich eindeutig too much) Auftritt mit viel Glam und Pathos, der die Herzen seiner Fans höher schlagen lässt. (Amrei)

BLUTENGEL (Pain Stage)

Intro/Sing
The War Between Us
Lucifer
Save Us
Dein Gott
Krieger
Bloody Pleasures
Engelsblut
You Walk Away
Reich mir die Hand

Ich hätte zu gern Mäuschen gespielt, als der Tourmanager Chris Pohl und seiner Band mitteilte: „Ach ja, ihr spielt übrigens auf dem Summer Breeze.“ Vorher noch auf einem Gothic Festival wie dem M'Era Luna vor begeisterten Fans gespielt und dann müssen sie als Gothic Band auf einem reinem Metalfestival spielen. Ich könnte mir schon vorstellen, dass die Stimmung der Band vor dem Auftritt nicht gerade die Beste war. Obwohl es mittlerweile schon langsam richtig schwül wurde (es wurde für Heute ein apokalyptisches Unwetter vorhergesagt, aber dazu später mehr), hatte sich eine beachtliche Zahl an Metallern vor der Pain Stage eingefunden. Zusammen mit seiner bezaubernden Sängerin (mittlerweile komme ich bei dem Sängerinnenverbrauch einfach nicht mehr mit den aktuellen Namen mit) und einer Band mit Instrumenten!!! (jawohl, eine reine Gothic-Pop Band kann auch auf Instrumenten musizieren) legte Chris eine souveräne Show hin. Ihm war die Überraschung anzusehen, als die Metaller schon beim Intro begeistert mitklatschten, was sich während des gesamten Konzertes nicht ändern sollte. Neben vielen neuen Lieder aus dem dieses Jahr erschienen Album wurden auch ein paar alte Klassiker gespielt. Preisfrage: Wie bekommt man Metaler trotz Mittagshitze zum kochen? Antwort: Ganz einfach, man lässt 4 Grazien mit Nonnenkluft zu Lucifer erscheinen und sich irgendwann ihrer Kleidungsstücke entledigen. Dann standen da 4 in weiße Dessous bekleidete Schönheiten die sich sehr gut inszenieren konnten. Bei jedem Lied wurde die Show der Damen immer heißer und feuriger. Ich will es mal so ausdrücken, die Stimmung im Publikum war mehr als nur ausgelassen. Aber wer Blutengel schon mal Live gesehen hat, weiß was die Damen noch so alles auf Lager haben um die Stimmung richtig anzuheizen. Am Ende des Konzerts strahlten alle glücklich. Ich würde mal sagen, das war ein sehr gelungener Auftritt. Sogar Chris bedankte sich glücklich bei dem Publikum für ihren Zuspruch. Schon irgendwie süß. (Amrei)

ALESTORM (Main Stage)

Walk The Plank
The Sunk'n Norwegian
Shipwrecked
Magnetic North
That Famous Ol' Spiced
Nancy The Tavern Wench
Keelhauled
Drink
Captain Morgan's Revenge

Das Internet ist auch auf dem Summer Breeze angekommen! Auf dem Backdrop von Alestorm prangen zwei Bananen-Enten-Hybride auf psychedelisch-neonfarbenen Grund. Ein Alestorm Schriftzug erinnert an Casinos in Las Vegas. Der durchschnittliche Betrachter mag sich beim Anblick denken: "What the fuck"? Allerdings wäre hier "Why the duck?" passender (Oh man, war der schlecht, sorry.)
Auf jeden Fall haben sich Alestorm innerhalb der noch relativ jungen Bandgeschichte (Gründung 2007) von einem Geheimtipp längst zu einer Szenegröße entwickelt. Unschwer zu erkennen ist das an den unglaublichen Massen, die trotz der immer noch katerfreundlichen Stunde zur Main Stage wanken. Wer dachte bei den Apokalyptischen Reitern wäre es voll gewesen, wird durch Alestorm eines besseren belehrt.
Mit einem Set, welches wohl nicht auf die Hitze abgestimmt ist, feuern die Schotten einen Gassenhauer nach dem anderen aus den Boxen und bringen damit die Meute, ihr virtuelles Piratenschiff, gehörig zum schwanken, schwitzen und feiern!
Als dann nach "Keelhauled" die Ansage vom anscheinend zum Hipster mutierten Frontmann Christopher Bowes kommt, das sie nicht hier seien um den anwesenden Frauen Kartoffeln in ihre diversen Löcher zu stecken, war es wohl den meisten schon klar. Alestorm ist hier um unser Bier zu trinken. "Drink" und das mächtige "Captain Morgan's Revenge" markierten das Ende eines sehr schönen Konzertes! (Carsten)

ENSIFERUM (Main Stage)

Axe Of Judgement
Heathen Horde
Twilight Tavern
Threacherous Gods
Warrior Without A War
Athi
Lai Lai Hey
From Afar
Burning Leaves
Two Of Spades

ENSIFERUM legen mit "March of War" ein Intro hin, das zum Klatschen und Rufen einlädt, bevor es mit "Axe of Judgement" gleich richtig auf die Ohren gibt. Darauf folgt ein weiterer Song vom aktuellen Album, der Titeltrack "One Man Army". Aber auch die Fans der ENSIFERUM-Klassiker werden nicht enttäuscht, und so wird bei "Ahti" und dem gleich darauf folgenden "Lai Lai Hai" ordentlich mitgefeiert. Beim letzten Song "Two Of Spades" gibt es auch noch optisch etwas zu bewundern, nämlich zwei schöne Finninnen, die dem Publikum noch zusätzlich einheizen, zumindest dem männlichen. Verdientermaßen hätte die Anzahl der anwesenden Metalheads etwas höher sein dürfen, oder lag es eher daran, dass der Platz vor der Main Stage doch recht üppig ist, so dass die gut gelaunte Menge leider recht aufgelockert erschien. (Rico)

SEPULTURA (Main Stage)

Troops Of Doom
Kairos
Propaganda
Breed Apart
Inner Self
Sepultura Under My Skin
From The Past Comes The Storms
Territory
Arise
Refuse/Resist
The Vatican
Ratamahatta
Roots Bloody Roots

Das wäre mit Sicherheit ein schönes Konzert gewesen, wenn sich Thor(oder wer auch immer) nicht kurz vorher einen Streich erlaubt hätte. Denn Pyogenesis mussten bereits ihren Auftritt aufgrund eines heranziehenden schweren Gewitters frühzeitig abbrechen. Das Infield wird über Lautsprecher komplett geräumt, das Bühnenprogramm bis auf weiteres unterbrochen. Man wird gebeten sich doch bitte im Auto auf zu halten, da sei es am sichersten. "Es besteht keine Gefahr" dröhnt über den gesamten Platz. Ein wenig Endzeitstimmung kommt auf, als das Gewitter heran ist. Und nach einer Stunde ist alles wieder vorbei.
Jedoch macht keiner darauf aufmerksam, dass das Bühnenprogramm nun fortgesetzt wird. Daher sitze ich mit meinem Bier im Camp und plötzlich registriere ich vertraute Klänge von der Bühne. Klingt nach Sepultura. Isses auch. Daher habe ich, bis ich vor Ort war, die erste Hälfte verpasst. Schade, die Kommunikation hätte hier schöner laufen können... Nun zum Konzert selbst. Es waren leider nicht die Mengen da, die Sepultura sonst ziehen würde. Mit Sicherheit auch schade für Derrick Green und seine Mannen. Es kommen aber während des Konzertes immer mehr Leute dazu, die sich nach dem Unwetter noch eine zweite volle Dröhnung holen wollen.
Auch die Stimmung ist etwas getrübt, oder mit dem Regen teilweise davon geschwemmt. Als dann aber das mächtige Trio aus "Territory", "Arise" und "Refuse/Resist" über das Infield bebt, ist das ganze auch schon wieder vergessen, und mit dem Evergreen "Roots Bloody Roots" ist das schöne, halbe Konzert auch schon wieder vorbei. (Carsten)

POWERWOLF (Main Stage)

Sanctified With Dynamite
Coleus Sanctus
Army Of The Night
Amen & Attack
Resurrection By Erection
Armata Strigoi
Kreuzfeuer
Werewolves Of Armenia
In The Name Of God (Deus Vult)
Blessed & Possessed
All We Need Is Blood
Dead Boys Don't Cry
We Drink Your Blood
Lupus Dei

Metalpredigt zum Mitmachen
Powerwolf segnen die Fans im Namen des Heavy Metal

Wenn man Metal zu einer Kirche und die Bühne zum Altar der Musik erheben wollen würde, so würde Powerwolf nicht nur optisch sehr passend von der Kanzel herunter die Predigt halten, sondern gleich auch die passende Gospel dazu liefern. Unter diesem Vorzeichen traten die Saarländer mit dem, im osteuropäischen Akzent singenden Frontmann Attila Dorn, am Freitagabend des Summer Breeze auf den Mainstage - und hielten ihre Messe.
Das Publikum fing unmittelbar mit dem Opener „Sanctified With Dynamite“ an mit der Melodie klatschend und von lautstarkem Gesang der Lyrics an, mit der Band zu gehen und begrüßte die Band von einem, bis auf den letzten Quadratzentimeter ausgefüllten Infield. Das es auch dabei bleiben würde, dafür sorgte Attila mit seinen Einlagen und dem Anfeuern der Festivalgäste in den Gesangspausen, flankiert von den Gitarristen, während die Showeinlagen der Band auf der Bühne von effektvollen Feuershow untermalt wurden, die zumindest die ersten Reihen vor der Bühne anzuheizen wusste.
Der Klang lies keine Wünsche offen und blieb ohne Zwischenfälle, selbst bis in den letzten Winkel des Festivalground von Intro bis Outro deutlich zu hören, das nach dem Ausklingen von „Lupus Dei“ mit einer Segnung der versammelten Jünger des Heavy Metal endete und damit den inoffiziellen Gottesdienst des Summer Breeze abschloss. Alles in allem hat Powerwolf einen soliden Auftritt hingelegt und auch wenn zwischenzeitlich der prägnante Akzent von Frontmann Attila nicht unbemerkt ausblieb, so verblieb doch der Eindruck eines mitgerissenen Publikum auf ganzer Linie und einem würdigen Auftakt in den Verlauf des weiteren Abendprogramms.

BLOODBATH (Pain Stage)

Let The Stillborn Come To Me
Mental Abortion
So You Die
Breeding Death
Anne
Cancer Of The Soul
Weak Aside
Soul Evisceration
Unite In Pain
Like Fire
Mock The Cross
Eaten
Cry My Name

Endlich mal richtig was auf die Fresse! Dem Old School Death Metal Geballer haben wohl etliche Verehrer des blutigen Bades entgegen gefiebert. Der Platz vor der Pain Stage reicht kaum mehr aus um eine zerstückelte Leiche unter zu bringen. Kein Wunder, denn die Konzerte von Bloodbath sind recht selten, da fast alle Mitglieder noch eine oder mehrere andere Gräber umzugraben haben:
Fronter Nick Holmes singt für Paradise Lost, Gründungsmitglied und Gitarrist Anders Nyström spielt bei Katatonia, ebenso Bassist Jonas Renkse. Martin Axenrot hat als Drummer noch Opeth, Witchery und Satanic Slaughter. Einzig der zweite Gitarrist Per Eriksson konzentriert sich nur auf Bloodbath. Schon fast peinlich, bei solch engagierter Besetzung.
Nun gibt es siebzig Minuten lang einen Querschnitt aus den bereits sechzehn Jahren Bandgeschichte. Auch wenn das ständige Kopfgewackel tierisch auf die Kondition geht, kann man es einfach nicht lassen. Perfekt abgemischter Sound, blutrote Lightshow und ein erstaunlich gut gelungenes gegrowle von Nick Holmes, der erst 2014 zu der Band stieß, versetzen einen in wahren Butrausch!
Ich habe selten solch ausdauerndes, kolletives headbangen auf einem Konzert erlebt. Normalerweise lässt das irgendwann im Laufe des Konzertes nach und alles hält sich den Kopf, aber hier kommt eine Dampfwalze nach der nächsten. Mit "Eaten" und "Cry my Name" wird den ramponierten Nackenmuskeln der Menge noch einmal alles abverlangt. Huch, siebzig Minuten schon vorbei? Darf man über eine Death Metal Show sagen, es war kurzweilig? Klingt zu putzig? War es aber. Und brutal.
Sorry, Corpsegrinder, aber da konntest du leider nicht mit halten auf deine alten Tage. Martin "Axe" Axenrot zerkloppt seine Snare Drum beim letzen Stück, Atmosphäre und Sound sind bombastisch und der sonst (zumindest bei Paradise Lost) eher eigene und gelangweilt wirkende Growler Nick Holmes gibt Vollgas. Ein wahres Highlight des diesjährigen Summerbreeze! Öffnet die Massagezelte, mein Nacken liegt noch vor der Pain Stage... (Carsten)

TRIVIUM (Main Stage)

Silence In The Snow
Down From The Sky
Becoming The Dragon
Strife
Like Light To The Flies
Built To Fall
Pull Harder On The Strings Of Your Martyr
Into The Mouth Of Hell We March
Throes Of Perdition
Anthem (We Are The Fire)
Black
A Gunshot To The Head Of Trepidation
Blind Leading The Blind
Dying In Your Arms
In Waves
Outro: Heaven And Hell

Nun folgten Trivium, einer der Headliner des diesjährigen Summer Breeze. Sie stammen aus Orlando, Florida und wurden bereits im Jahre 2000 gegründet. Wie nicht anders zu erwarten war das Infield gut gefüllt und viele freudige Zuhörer fieberten trotz der Unterbrechung durch das Unwetter dem Auftritt entgegen. Die Band trat wie gewohnt stark auf und hatte die Masse sofort im Griff. Circle Pits, wildes Rumgemoshe und auch eine stattliche Wall of Death standen auf der Tagesordnung. Untermalt wurde der gelungene Auftritt mit einer bis ins Detail durch choreografierten Licht- und Bühnenshow bei der auch Nebel und Feuer nicht zu kurz kamen.

CRADLE OF FILTH (Pain Stage)

Cthulhu Dawn
A Dream Of Wolves In The Snow
Summer Dying Fast
Honey And Sulphur
Right Wing Of The Garden Triptych
Nymphetamine Fix
Born In A Burial Gown
Cruelty Brought Thee Orchids
Her Ghost In The Fog
From The Cradle To Enslave

Es war laut und es war spät und es gab eine leicht bekleidete Feuerkünstlerin! Aufgrund der unwetterbedingten einstündigen Unterbrechung gefühlt noch zehntausendmal später. Aber egal! Cradle of Filth sollten die Nacht mit ihren Klängen erfüllen. Die Band ist bekannt für düster-atmosphärische Arrangements, metaphorische Texte und einen lautstarken Sänger, der hin und wieder in wundervolle Duette mit einer weiblichen Stimme tritt. Das Feld war zu fortgeschrittener Stunde noch gut gefüllt und die Stimmung erwartungsvoll. Ein rundes Konzert, der einzige Wehrmutstropfen war, dass es wirklich sehr laut war und dadurch der Sound nicht so glasklar war.

Neben dem "Hauptprogramm" hier auch wieder eine Auswahl an Bands der beiden kleineren Bühnen:

FINSTERFORST (Camel Stage)

Fremd
Zeit Für Hass
Mach Dich Frei

Da man ja bei 35 Grad nicht auf die Idee kommt, seine Pavis abzuspannen, haben wir in der vorherigen Nacht eine kleine fiese Überraschung erlebt, als der Wind nur sehr kurz stark auffrischte und unser Lager ordentlich auf den Kopf stellte. Aber das war, wie wir später gesehen haben, nicht nur bei uns im Lager so. Noch mitten in der Nacht versuchten wir aufzuräumen und so gut es geht alles abzuspannen. Am Morgen sahen wir dann, dass laut Wetterkarte das Festival von einem üblen Unwetter heimgesucht werden sollte. Aus diesem Grund fingen wir schon morgens an, unser Lager mit allen Heringen die wir noch übrig hatten, bombensicher abzuspannen und eventuelle Windfänger zu entfernen. Als Pyogenesis ihren Auftritt wegen des aufziehenden Unwetters abbrechen mussten, flitzten wir in unser Lager zurück und verschanzten uns mit ordentlich Alkohol und Essen in unsere Autos. Konzerte wurden abgebrochen und das Infield geräumt. Alle wurden gebeten sich in Sicherheit zu bringen. Wir hatten Glück, das angebliche Unwetter streifte uns lediglich nur und entlud sich in sicherer Entfernung von uns. Thor kam nur kurz vorbei, aber scheinbar hatt er keine Lust Metaller zu ärgern. Guter Thor. Mit 1 Stunde Verzögerung konnten die Bands wieder auftreten.
Kurz vor Mitternacht wurde es dann Zeit für eine geballte Portion Pagan-Metal von Finsterforst auf der Camel Stage. Trotz der vorgerückten Stunde, standen schon zahlreiche Fans vor der Bühne. Das schöne an Finsterforst ist, sie lassen sich Musiktechnisch nicht in eine Schublade stecken. Ihr Repertoire ist sehr umfangreich, weshalb die Grenzen der verschiedenen Musikstile ineinanderfließen. Die Lieder laden ein lauthals mit zugrölen und die Matte im Takt der Musik zu schwingen. Von daher ist es auch nicht wirklich verwunderlich, dass dies genau nach den ersten Takten der Musik von den Fans auch gemacht wurde. Zwischen spaßigem Humpa-Geschunkel und düsterem Metal konnten die Schwarzwälder gekonnt überzeugen. Der Spaßfaktor bei dem Konzert war so hoch, dass in dieser halben Stunde Spielzeit nicht wirklich auffiel, dass gerade mal nur 3 Lieder gespielt wurden. Die Band macht Bock auf mehr und dann hoffentlich mit mehr Spielzeit. (Amrei)

COMBICHRIST (T-Stage)

Unerwartet, Angenehm, Hardcore
Combichrist lieferten einen überraschend hartkernigen Auftritt

We Love You
Just Like Me
No Redemption
Zombie Fistfight
Can’t Control
Maggots At The Party
Retreat Hell
Never Surrender
Blut Royale
What The Fuck
Razorblade

Auch nachdem im Buschfunk schon die Losung herumgegangen war, das Combichrist, zumindest für diesen Auftritt, wieder zum Hardcore zurück kommen wollten, mit dem sie einmal angefangen hatten, so war zumindest für den unbescholtenen Festivalgast, der sich über den noch ein wenig schlammigen Festivalground bis auf das Infield durchgekämpft hatte, vielleicht nicht unbedingt zu erwarten, was Combichrist hier am Freitagabend mit gerade einmal einer Stunde Verspätung auf das Brett brachten und es dürfte mehr als nur eine Kinnlade herunter geklappt sein.
Zumindest möchte man genau das Glauben, wenn man die Chance hatte, aus den hinteren Rängen des zu einem Drittel gefüllten Zeltes vorne auf den Bereich vor dem T-Stage zu blicken. Während Sänger LaPlegua in feinster Hardcore-Manier „We Love You“ zu hardkernigen Gitarrenriffs und einem seitlich versetzt zum Publikum stehenden Drumset - von dem im Minutentakt die Sticks flogen - so könnte man fast glauben, das Publikum wäre für die ersten Titel noch in einer gewissen Entgeisterung gefangen gewesen.
Wer Combichrist kennt, erwartet zunächst Industrial. Elektronische Beats und harte Shouts, aber was Andy und mit ihm der gesamte Act geliefert haben, war feinster Hardcore mit einer actiongeladenen Bühnenshow, begleitet von Lightshow und Effekten, ohne dabei den eigenen Stil über Bord zu werfen, dem Zuhörer war ohne Zweifel klar, das es Combichrist war, jedoch war de Performance zumindest unerwartet und wurde dennoch vom Publikum nach Abklingen der ersten Schockstarre sehr dankbar angenommen, auch wenn Andy der mehrfach geforderte Circlepit verwehrt blieb. Der sonst dominierende elektronische Anteil wurde zur passenden Untermalung der gitarrenlastigen Hardcore-Elemente, die von der technischen Seite ausgesprochen gut umgesetzt wurde und keine Ausfälle erkennen ließ. Alles in allem ein steiles Brett, was die Schweden dort abgeliefert haben.

NEAERA (T-Stage)

Mechanisms Of Standstill
Walls Instead Of Bridges
I Loathe
Armamentarium
Prey To Anguish
The World Devourers
Heavenhell
Let The Tempest Come
My Night Is Starless
Spearheading The Spawn

Was habe ich auf diesen Tag, auf diesen Auftritt gewartet!!! Kaum in Worte zu fassen! Endlich wieder Neaera – live und auf immerhin realtiv großer Bühne. Ich finde sie hätten ruhig auf der Main Stage als Headliner mit 90minütigem Set spielen können...vor allem in Anbetracht der kürzlich veröffentlichten Bekanntgabe ihrer Auflösung.
Das Zelt war rappelvoll, das Publikum heiß und erwartungsvoll und vorfreudig ohne Ende. Die "Grabenschlampen" angespannt, aber freundlich. Was in den 60 Minuten passierte und viel zu schnell verging. Ein Feuerwerk! Eine geplatzte Hose, irgendwas war noch mit Bennys Mikro und dem Intro. Aber hat es jemanden gestört?!? Ganz klares NEIN. Wie gewohnt gaben die Jungs 100% -Vollgas von Anfang an, Circle Pit durchs ganze Zelt und der Sänger badete wie gewohnt in der Menge. Niemand, wirklich niemand kann sich dieser Aura entziehen. Mein persönliches Statement: Schade, dass es das letzte Festival mit Neaera war, sie werden mir sehr fehlen, waren sie mir doch von Anfang an ans Herz gewachsen. Wenigstens konnte ich mir noch einen lang gehegten Traum erfüllen und war bei Neaera Crowdsurfen. Yeah!

WALLS OF JERICHO (T-Stage)

All Hail The Dead
A Trigger Full Of Promises
Feeding Frenzy
I Know Hollywood And You Ain't It
Relentless
The New Ministry
The Prey
Another Day, Another Idiot
Little Piece Of Me
The Haunted
Playing Soldier Again
The American Dream
Revival Never Goes Out Of Style

Ich war ehrlich gesagt hundemüde, als ich mich mitten in der Nacht im leichten Nieselregen zur T-Stage aufmachte um mir Walls of Jericho anzusehen. Aber kaum war der kleine Flummi Candace auf der Bühne, war die Müdigkeit wie weggeblasen. Schon vor 2 Jahren hat die Band am frühen Abend auf der Pain Stage die Abrissbirne hervorgeholt und dieses Jahr musste die T-Stage dran glauben. Woher diese kleine Frau so ne Power hernimmt, ist mir ein Rätsel. Wie ein Derwisch fegte sie über die Bühne und steckte mit ihrer Energie das Publikum regelrecht an. Der Pit tobte zu den vielen alten Songs die wie ein Maschinengewehr auf die Leute abgefeuert wurden. Als man meinte die Pits könnten nicht mehr getoppt werden, hat man nicht die Rechnung mit Walls of Jericho gemacht. Denn jetzt feuerten sie einen brandneuen Song aus ihrem kommenden Album ab und die Luft brannte. Ein rundum gelungener Auftritt! Als ich zurück ging, drehte ich mich vorsichtshalber noch einmal um. Das Zelt stand noch, auch wenn es nach dem Auftritt sehr ramponiert aussah ;) (Amrei)

SAMSTAG, 15.08.2015

SERUM 114 (Main Stage)

Feuertrunken
Wo wir zu Hause sind
Kopfüber ins Nichts
Zu fett
Adrenalin
Ich bin so
Was könnte aus mir werden
Junge, Dein Leben
Illegale Fans
Hängt sie höher
Weil ich kann
Stadt, die wir lieben

Nach einer viel zu kurzen Nacht (Danke Sonne, dass du mein Zelt schon um 09:00 Uhr auf 30 Grad aufgewärmt hast) schlürfte noch ganz schlaftrunken meinen gepimpten Kaffee als ich schon die ersten Klänge von der Main Stage hörte und mich daran erinnerte, dass ich da jetzt eigentlich stehen müsste. Schlecht gelaunt (ich bekenne mich als Kaffeejunky schuldig) ging ich mit meinem Thermosbecher Kaffee bewaffnet zur Main Stage um mir mal wieder so eine Deutschrock Band anzuhören. Aber ich wurde angenehm überrascht. Statt des so von mir verachteten Deutschrocks erfüllten meine Ohren Teeny Deutsch-Punk-Rock (Textlich wurden Probleme von Teenys und Heranwachsenden behandelt). Da standen 4 Jungs auf der Bühne die sowohl der Mittagshitze, der wirklich frühen Zeit (nein ich werde es nicht müde zu erwähnen) sowie ein paar anfänglichen Tonproblemen trotzten und spielten als würde es kein Morgen geben. Es hatte sich auch schon eine ansehnliche Anzahl von Fans eingefunden, denen scheinbar die Hitze nichts ausmachte und viel lieber zu der Musik abfeiern wollten. Das Quartett punktete eindeutig mit ihrer Spielfreude und ihren sympathischen Ansagen. Nett sanft arrangierte Punkelemente mit Deutschrock Einflüssen. Kann man sich morgens mit einem Kaffee und noch total übermüdet anhören.

MAJESTY (Pain Stage)

Hawks Will Fly
Fields Of War
Time For Revolution
Generation Steel
Heavy Metal Battlecry
Thunder Rider
Metal Law
Metal Union

Majestätischer True Metal zur Mittagszeit
Majesty feiern ihren Einstand auf dem Summer Breeze
Obwohl Majesty seit 1997 sich in der deutschen Metalszene mit grundsolidem True Metal etabliert hatte, so hatten sie bisher nicht die Gelegenheit, auf dem Summer Breeze zu spielen und feiern ihren Einstand mit ihrem Auftritt auf der Pain Stage gebührend und eröffneten ihre Show mit „Hawks Will Fly“ vor einem zur Hälfte gefüllten Bühnenbereich und einem Publikum, welches sie mit „Hail! Hail!“-Rufen begrüßte.
Die Stimmung wurde von der Band auf eine sympathische Weise reflektiert und ging über in das, was man in Zeiten unzähliger Subgenre im Heavy Metal wohl als „ehrlich“ bezeichnen würde. Schwarze Lederkluft, starke Posen und harte Gitarrenmusik mit ein wenig Kitsch vor einem kleinen Meer aus blauen -innen wie außen- Kuttenträgern. Alles sehr klassisch. Sehr harmonisch. Und vor dem noch vom Unwetter Tags zuvor gedämpften Wetter und den Temperaturen weitaus erträglicher, als die gleißende Sonne der Vortage.
Ebenso klassisch wie das Setting gestaltete sich auch die von guter Stimmung getragene Szenerie vor der Bühne, vor der die langen Haare reihenweise zum moshen durch die Luft wirbelten und die Band mit ihrer Setlist offensichtlich recht gut den Nerv der anwesenden Fans getroffen hatten. Klang und Abmischung durch die Technik liefen mittlerweile und die Ausfälle der vergangenen Tage blieben zumindest Majesty erspart und führten in der Summe zu einem Einstand einer Band, deren Stil mittlerweile seltener als noch früher auf Festivals zu hören ist und darum auf Wiederholung hoffen lässt. (Jan)

BE'LAKOR (Main Stage)

In Parting
Countless Skies
Exogeny
Remnants
Venator

Be'Lakor kannte ich vorher nicht, aber das machte nichts! Ich freue mich darüber für mich neue Bands zu hören. So auch hier, in der schönsten Mittagssonne sicherte ich mir ein Plätzchen vor der Bühne und schaute mal, was mir und meinen unvoreingenommenen Ohren so passiert. Also es schon ziemlich voll. Ein gutes Zeichen und die sympathischen Australier gaben ihr Bestes und der Funke sprang über. Sofort. Alles in allem ein runder Auftritt. (Yvonne)

HAUDEGEN (Pain Stage)

Kleine Tragödien
Zwei für alle
Ein Mann ein Wort
Ziemlich beste Freunde
Schlecht geht’s mir gut
Tränen wie deine
Wir gegen den Rest
Höll

Premiere auf dem Summer Breeze für die Berlin-Marzahner „Haudegen“ mit ihrer „Gossenpoesie“. Zunächst etwas zurückhaltend waren die Reaktionen der angetretenen Zuhörerschaft auf den dargebotenen Deutsch-Rock und Aufforderungen von den beiden Frontmännern Gillert und Stoll zum Mitfeiern, was sich aber schon nach dem 1. Song allmählich änderte. Schließlich waren sogar einige textsichere Menschen zugegen, als mit dem etwas düster melancholischen „Schlecht geht´s mir gut“ eine Hymne angestimmt wurde, deren Aussage wohl für viele nachvollziehbar war und daher mit rhythmischem Winken begleitet wurde.
Dass sich die Jungs selbst nicht übermäßig ernst nehmen, war unschwer daran zu erkennen, dass es wohl die erste Band ist, die das Publikum dazu auffordert „BUH“ zu rufen. Die Leute hatten jedenfalls ihren Spaß und Haudegen ganz offensichtlich auch, denn man drohte an, wiederkommen zu wollen! Dürfen sie? Sollen sie! (Rico)

BETONTOD (Main Stage)

Mein letzter Tag
Flügel aus Stahl
Schwarzes Blut
Keine Popsongs
Kinder des Zorns
Geschichte
Ihr könnt mich
Traum von Freiheit
Glück auf!
Viva Punk!
Auf eine gute Zeit
Hömmasammawommanomma
Ich bereue nicht

Die dritten und letzten Vertreter des immer beliebter werdenden Deutschrock-Genres, welche auf den beiden Hauptbühnen spielen durften, geben jetzt an der Pain Stage ihr Stelldichein. Auch wenn die Band gerne behauptet sie würden Punk spielen, sind diese Zeiten doch spätestens seit dem Langspieler "Antirockstars" vorbei.
Es sind erstaunlich wenig Leute vor der Bühne anzutreffen. Da scheint die generelle Linie des Summerbreeze in Richtung Death-Metal nicht ganz konform zu Deutschrock zu gehen. Nicht das es irgendwen stören würde. Eine Band, wie gemacht für die Bühnenbretter dieses Landes. Die Songs sind einfach, schnell und biergeschwängert, also wie gemacht zum feiern, trinken und skandieren. Daher lassen sich die Fans auch nicht bitten und steigen sofort zum Opener "Mein letzter Tag" voll mit ein. Ein wenig schade ist, das Betontod mittlerweile so viele Songs haben, welche sich Puplikumslieblingen avanciert sind, das keiner davon auf einem Konzert fehlen darf.
"Schwarzes Blut" und "Keine Popsongs" sind die ersten beiden. "Kinder des Zorns" schreit förmlich danach, die Textzeilen direkt in die Tat um zu setzen, was das Publikum natürlich auch tut.
"Glück Auf!" und "Hömmasammawommanomma" markieren den alkoholischen Part des Sets, sind aber auch auf keinen Fall weg zu denken. Natürlich kann auch "Auf eine gute Zeit" nicht fehlen, was dann insgesamt sechs Titel sind, welche bei jedem Betontod Konzert gespielt werden. Daher ist das Konzert recht generisch, für jemanden, der das Quintett schon einmal live erlebt hat.
Nichtsdestotrotz ein perfekt gespieltes und auch von Seiten der Menge gut aufgenommenes Konzert. Nur bitte, Meister, nächstes mal ein paar andere Songs. Ach ja: Es ist ja bekannt das Tontechniker gerne im Laufe einer Veranstaltung die Lautstärke erhöhen, da sie irgendwann halb taub sind. Aus diesem Grunde, spendiert doch euren Mischern das nächste Mal alle zwei-drei Konzerte neue Ohren, dann passiert das nicht mehr... (Carsten)

EMIL BULLS (Pain Stage)

Intro
Between The Devil And The Deep Blue Sea
Hearteater
The Most Evil Spell
The Way of the Warrior
Here Comes The Fire
Not Tonight Josephine
The Age Of Revolution
When God Was Sleeping
Worlds Apart

Also die Emil Bulls...komischer Name, das ist so, aber die Musik ist wow! Volle Pulle! Vollgas! Der Platz vor der Pain Stage war wirklich voll! Die Menge war ausgelassen am feiern, mitgröhlen, crowdsurfen und anfeuern. Der Funke sprang gegenseitig über! Viel mehr gibt es auch nicht zu sagen, es war richtig gut! Und alle hatten Spaß und es ging zu schnell vorbei.

KATAKLYSM (Main Stage)

To Reign Again
If I was God
As I Slither
At The Edge Of The World
Black Sheep
Push The Venom
Animals
Taking The World By Storm
Like Angels Weeping
Ambassador Of Pain
Serpent’s Tongue
Shadows And Dust
Crippled And Broken

Am Samstag Nachmittag möchte man erwarten, das 90% der Festivalbesucher von der Hitze und den Alkoholexzessen bereits auf dem Zahnfleisch kriechen. Das Bild vor der Main Stage sagt aber etwas anderes. So mancher Headliner hätte sich über die Menge an Leuten gefreut die sich hier versammelt haben, um die kanadische Abrissbirne live zu erleben.
Nach dem Intro direkt das mächtige "To Reign Again" zu spielen, welches ganz zufällig den perfekten Beat hat, um mal richtig die Mähne zu schütteln, packt direkt die ganze Meute. Auch wenn die Nackenmuskeln noch immer von Bloodbath schmerzen: Gestorben wird später. Frontsau Maurizio Iacono stachelt die Menge im Laufe des Konzertes immer wieder an. "We are here to celebrate a fucking death metal show, not some fucking pussy metal shit." tönt es aus der PA. Gesagt, getan, erheben sich mehr Crowdsurfer, als noch Menschen am Boden stehen. Da hat die Security auch wenigstens mal was zu tun, was Maurizio auch sehr wichtig ist, wie er betont.
Die Setlist für das Summerbreeze ist ein wahrer Traum für alle Kataklysm Jünger, es fehlt weder das bombastische "As I Slither", noch das mit Blastbeats gespickte "Ambassador of Pain". Oh, Blastbeats ist ja falsch. Mit so einem Kinderkram geben sich die vier Franko-Kanadier nicht ab. Bei ihnen müssen es nach eigener Aussage schon "Northern Hyperblasts" sein. Auch gut, ich nehm' direkt drei. Mit alles.
Kurz vor Ende kommt das, worauf die meisten gewartet haben dürften. "In Shadows and Dust" zerstört auch die letzten Frisuren und Kehlen. Mancher mag sich bei so einem brutalen Death Metal Gewitter fragen, warum am Freitag das Infield geräumt wurde, aber für Kataklysm nicht. Das hat Wiederholungspotential, nächstes mal dann aber nicht nur als heimlicher Headliner. Großes Kino! (Carsten)

KNORKATOR (Pain Stage)

Hymne
Ding Inne Schnauze
Schüchtern
Du Bist Schuld
Alter Mann
Arschgesicht
Geld
Schmutzfink
Eigentum
Ultimativer Mann
Wir Werden Alle Sterben
Böse
Ma Baker
Absolution
Fans

Ernsthafter Klamauk im klanggewaltigen Gewand
Knorkator schwingen Zuckerbrot und Peitsche auf dem Pain Stage
Nur wenige Wolken blieben noch von dem Unwetter vom Freitag zurück, als Knorkator am Samstag ihren Auftritt auf dem Pain Stage antraten und ein Gewitter mit ihrer Mischung aus technisch brillanter Rockmusik und kontroversen Texten lostraten, die sie in eine teils ulkige, teils schwer verschrobene Bühnenshow verpacken und vor einem bis zur FOH stehenden Publikum als stilvollen Unsinn zelebrierten.
„Für Knorkator mein Herz, für Knorkator mein Geld erklang es dann auch und es legten der Stumpen und seine Schergen bereits los und verkündeten die „Hymne“ als Opener, die vom Publikum im Einklang nachgesprochen wurde. Allgemein war die Vorahnung auf das kommende Programm bereits Anlass genug, um bereits bei den ersten Takten in beste Stimmung zu verfallen und die kommende Stunde zu feiern. Tanzen, Pogen, Moshen und Crowdsurfen - ein Rollstuhlfahrer schaffte es tatsächlich, von der FOH bis an die Bühne zu kommen - das waren die dominanten Eindrücke, die sich mit jedem Kleidungsstück steigerten, welches der Stumpen ablegte.
Ganz vollends sollte es dann doch nicht sein, dafür schien allerdings ein Fräulein, welches der Stumpen aus dem Publikum auf die Bühne holte, wenig Hemmungen damit zu haben, dem „blankziehen“ auf Aufforderung nachzukommen und legte noch einmal einen Scheit mehr ins Feuer, das vor der Bühne wallend aufflammte. Mit der Feststellung „Wir werden alle Sterben“ fand der Auftritt seinen Höhepunkt, nachdem es auf den Opener folgend, zunächst sanfter zuging, und wurde zu keinem Augenblick von technischen Mängeln beeinträchtigt, auch der Ton war vom Opener an klar und Stimme wie Instrumente sauber abgemischt. Optisches Highlight wieder einmal der Keyboard-Rollator von Alf Ator, gut zu erkennen an der Vielzahl von daran attachierten Klobürsten.
Am Ende hat Knorkator eine gute Show geliefert, wieder mit politischer Inkorrektheit, gezielten Beleidigungen als Kunstform und dem bekannten Stil aus anmutendem Wahnsinn und vermutlichem Genie eine sehr unterhaltsame Show geliefert, das Publikum wie stets mit Zuckerbrot und Peitsche im Zaum gehalten und am Ende sogar noch zwei Lieder in Überlänge gespielt, was auf dem diesjährigen Summer Breeze eine echte Ausnahme darstellte. (Jan)

PARADISE LOST (Main Stage)
The Enemy
No Hope In Sight
Gothic
Tragic Idol
Erased
One Second
Victim Of The Past
Hallowed Land
Faith Divides Us Death Unites Us
Terminal
As I Die
Say Just Words

Verlorenes Paradies vor dem Mainstage
Der Auftritt von Paradise Lost fand vor wenig Publikum statt
Ist es ein Kompliment für die Band und ihr Lebensgefühl oder doch subjektive Kritik des Autoren, wenn man Paradise Lost attestiert, recht farblos und niedergeschlagen gewirkt zu haben? Am Tag zuvor noch mit Bloodbath unterwegs und dabei allen Stimmen zufolge ordentlich Gas gegeben zu haben, wirkte Paradise Lost am Samstag recht unmotiviert auf dem Main Stage, vielleicht auch deshalb, weil das Publikum sich trotz Headlinerstatus vielleicht lediglich auf die Hälfte des Infields erstreckte.
Der frischen Wind ihres aktuellen Albums in jedem Fall, der wollte nicht aufkommen und auch das Publikum blieb wenig enthusiastisch eher ruhig, am Schlagzeug dabei ein neues Gesicht, nämlich das von Waltteri Väyrynen, der den verletzten Drummer Adrian Erlandsson vertrat und seinen Job dabei gut erfüllte. Gespielt wurden neben neuen Stücken, welche sich stilmäßig wieder an die früheren Tage im Stile eines Doom bis Death vernehmen lassen, auch Lieder aus der Hochphase der Band, von den Alben „Hope in Sight“ und „Terminal“.
Technisch gab es an Paradise Lost ganz dem Erwarten nach nichts auszusetzen, nicht zuletzt hier spielen die drei Jahrzehnte Bandgeschichte sich wider. Anfänglich spielte die Technik noch ein wenig gegen die Briten, doch weder FOH noch die Band auf der Bühne ließen Anlass zur Kritik und spielten ihren Auftritt sauber durch und wurden von den Technikern sauber auf die PA umgesetzt. Wenig erfreulich war der letzte Gruß von Leadsänger Nick Holmes an seine Fans: „And now enjoy your death metal!“, wobei der Ton die Musik machte und wenig Zweifel ließ, wie es auszulegen sei. (Jan)

CANNIBAL CORPSE (Pain Stage)

Scourge Of Iron
Demented Aggression
Evisceration Plague
Stripped, Raped, And Strangled
Disposal Of The Body
Sentenced to Burn
Kill Or Become
Sadistic Embodiment
Icepick Lobotomy
I Cum Blood
Make Them Suffer
A Skull Full Of Maggots
Hammer Smashed Face
Devoured By Vermin

Was gibt es schöneres, als am Samstagabend noch einmal von George Fisher in romantische Stimmung versetzt zu werden und die Liebe und das Leben zu zelebrieren. Zu dieser schönen Candlelight-Dinner-Atmosphäre gibt es noch ein paar Eingeweide von Jungfrauen und zerschmetterte Körper, schön verpackt in lautem Death Metal Geballer. Wer könnte da noch widerstehen?!
Es haben sich nicht sonderlich viele vor der Pain Stage eingefunden, so wie man es von den Urgesteinen der Szene erwarten würde. Es mag an dem heraufziehenden Gewitter liegen, das sich einige doch lieber an ihrem Bier im Lager festhalten. Leider scheint das auch der Mischer getan zu haben, denn die ersten drei Songs klingen eher nach Garage. Erst mit "Stripped, Raped and Strangled" kann man die US-Amerikaner auf der Bühne wieder verstehen. Zumindest in einem Maße, das gewollt ist.
Im ersten Teil des Sets sucht Corpsegrinder ein intensives Publikumsgespräch. Nicht. Kein Wort, meist noch nicht mal eine Ansage des nächsten Songs. Die Tracks werden einfach gewohnt brutal in die Gesichter der Fans gehämmert, aber wer will es ihm übel nehmen? Er ist eher der schüchterne Typ, ausserdem ist zu viel Gerede auch nicht Death Metal. Erst vor "I Cum Blood" scheint jemand ihm ins geflüstert zu haben, er solle doch mal einen Ton sagen. Der Song wird auch direkt als Liebeslied angekündigt.
Auch den Rest des Sets redet sich Corpsegrinder wahrlich in Rage. Die alten Klassiker "A Skull Full of Maggots" und "Hammer Smashed Face" veranlassen das Publikum doch tatsächlich dazu, mit Fisher im Headbangen mithalten zu wollen. Lächerlich, wer kann schon mit diesem Tier, mit einem Nacken aus Panzerstahl, mithalten.
"Devoured by Vermin" markiert das Ende des einstündigen Schlachtfestes und hinterlässt pure Verwüstung. Schönes Konzert, wie von Cannibal Corpse gewohnt. Nur die Laune des Fronthünen schien durch Soundprobleme etwas getrübt. Gut das er sich direkt mit seinem markanten Gegrowle abreagieren kann... (Carsten)

HATEBREED (Main Stage)

Everyone Bleeds Now
In Ashes They Shall Reap
Honor Never Dies
To the Threshold
Tear It Down
Defeatist
Smash Your Enemies
Never Let It Die
As Diehard as They Come
Hollow Ground
Last Breath
Empty Promises
Boundless (Time to Murder It)
The Language
Perseverance
Become the Fuse
Hands of a Dying Man
Live for This
Dead Man Breathing
Facing What Consumes You
This Is Now
Straight to Your Face
I Will Be Heard
Destroy Everything

Quasi zur Prime Time luden Hatebreed zur Zerstörung auf der Main Stage ein. Bereits vor 2 Jahren hatten sich Hatebreed „Destroy Everything“ auf die Fahnen geschrieben. Und sie machten dort weiter wo sie vor 2 Jahren aufgehört haben! Niemand der noch bei Verstand ist, entzieht sich dieser Einladung, sondern wärmt kurz noch seine Muskeln auf und stürmt mit Vollgas in den Pit.
Hatebreed sind nicht einfach nur eine Hardcore Band, sie sind so viel mehr. Vor 2 Jahren coverten sie auf dem Breeze von Slayer „Ghosts of War“ als Tribut an früh verstorbenen Jeff Hanneman. Damit zeigten sie, dass sie nicht nur Meister der rohen Gewalt sind, sondern auch unglaublich technisch versierte Musiker mit hohen musikalischem Anspruch. So war es auch nicht verwunderlich, als Jamey dieses Jahr in einer kurzen Verschnaufpause betonte, dass die verschiedenen Musikstile wie Hardcore, Metal und Thrashmetal Brüder sind und damit zustimmenden Applaus des bunt zusammengewürfelten Publikums erhielt. Hatebreeds Musik holt nicht nur alle Hardcore Fans ab sondern auch Fans der verschiedensten Metalrichtungen. Dementsprechend war es auch vor der Bühne rappelvoll. Die explosionsartige Energie von der Band entlud sich sofort auf das Publikum und ließ alle kollektiv ausrasten. Die letzten Tage mit Hitze und sportlichen Höchstleistungen waren vergessen, denn jetzt hieß es nur noch seine restlichen Kräfte zu mobilisieren und auszuflippen. Auch der einsetzende leichte Nieselregen interessierten weder Band noch die entfesselte Meute. Hin und wieder gönnte Jamey allen eine kurze Pause und nutzte die Zeit damit zu betonen, wie gerne er auf deutschen Festivals gastiere und ganz besonders jedoch auf dem Summer Breeze. Ich habe selten eine Band gesehen, die Live immer volle Leistung bringt. Unvergessen bleibt der Auftritt vor 3 Jahren auf dem Rock Harz 2012 als plötzlich ein Stromausfall die Jungs zum Nichtstun zwang. Aber anstatt gefrustet von der Bühne zu gehen oder die Techniker bzw.Veranstalter zu beleidigen, blieben die Jungs cool und machten ihre Sperenzchen mit dem Publikum. Und das Publikum nutzte die „freie Zeit“ um der Band viele Trockenübungen zu zeigen und vor der Bühne laut Party zu machen. Hatebreed waren sichtlich beeindruckt vor soviel Enthusiasmus und feierten mit. Kaum war der Strom wieder da, wurde sofort wieder drauf los geballert. Am Ende des Konzerts entschuldigte Jamey sich bei allen für den Stromausfall und bedankte sich bei den Fans für die Geduld sowie für den Spaß mit dem Publikum. Allein das zeigt nicht nur wie sympathisch die Jungs sind sondern auch wie hoch professionell sie an die Sache gehen. So genug geschwafelt. Zum Abschluss bleibt nur zu sagen, dass es wieder einmal ein großartiges Konzert war und unendlich viel Spaß gemacht hat, dabei sein zu dürfen. Einzig und allein die Vollpfosten neben mir sind mir gewaltig auf den Sack gegangen. Besoffen wie sie waren, haben sie alles dafür getan, für den nächsten Darwin Award nominiert zu werden. Bei jeder harten Konfrontation Kopf/Boden oder Rücken/Boden habe ich nur darauf gewartet, die Nominierung abschicken zu können. Meine Stimme hätten sie gehabt. (Amrei)

DARK TRANQUILITY (Pain Stage)

The Science Of Noise
White Noise / Black silence
The Silence In Between
The Lesser Faith
The Wonders At Your Feet
The Treason Wall
Through Smudged Lenses
State Of Trust
ThereIn
The Mundane And The Magic
Terminus (Where Death Is Most Alive)
Lethe
Final Resistance
Endtime Hearts
Misery's Crown

Ein weiteres persönliches Highlight erwartete mich am Samstag abend auf der Pain Stage bei leichtem Regen. Diese mitreißende Mischung aus melancholischen Melodien und schnellen Passagen macht den Schweden so schnell niemand nach! Außerdem gibt es wohl kaum einen charismatischeren Frontmann als Mikael Stanne, keinen der sooft Kontakt zum Publikum sucht und ihn logischerweise auch findet. Untermalt von Videoprojektionen passend zu den zum Besten gegebenen Songs, wurde ein Querschnitt durch die Schaffensphase der Melodic-Death Titanen von 1999 - heute gereicht, den man einfach nur als schmackhaft bezeichnen kann. Entsprechend ergriffen von der überwältigenden Publikumsreaktion zeigte sich Stanne dann auch. Die Ergriffenheit gipfelte schließlich anlässlich einer spontanen Gesangseinlage einer Blondine aus der ersten Reihe , die Mikaels Gesang mit ihrer wundervollen Stimme ergänzte und mit ihm im Duett sang… Gänsehaut pur!!!
Einer der besten Bands auf dem diesjährigen Festival – ganz ohne Frage! Zum Ende hin dankt Mikael erneut allen Anwesenden und lobt das Summer Breeze als eines der besten Festivals überhaupt ... die Fans stimmen ihm erwartungsgemäß sofort zu. (Rico)

NIGHTWISH (Main Stage)

Shudder Before The Beautiful
Yours Is An Empty Hope
Amaranth
She Is My Sin
My Walden
Élan
Weak Fantasy
Storytime
I Want My Tears Back
Stargazers
Ghost Love Score
Last Ride Of The Day

Nightwish als Headliner beim diesjährigen Summer Breeze Open Air und spielen nur 60 Minuten?!? Was ist da los? Überflüssig zu erwähnen, dass jede Minute wundervoll war. Das Infield war voll, es blieb kaum noch Luft zum atmen. Das Publikum in freudiger Erwartungshaltung und die Vorfreude war immens! Vermutlich wurden die Erwartungen ein wenig enttäuscht, so hatte doch der Song „Endless Forms Most Beautiful“ keinen Platz auf der Setlist. Dafür gab es „Stargazers“, ein herausforderndes Stück und sicher live nicht leicht zu singen. Aber diese Floor Jansen! Ich möchte eine Lobeshymne auf sie schreiben, sie hat nicht nur eine wundervolle Stimme! Sie kann auch noch alles: Sie hat eine glasklare Sopranstimme, sie faucht und rockt und singt dabei immer mit einer Hingabe. Traumhaft. Also Worte vermögen kaum zu beschreiben, welch ein Erlebnis für die Sinne dieses Konzert war. Ich denke auch Nicht-Fans können die Professionalität, Spielfreude und perfekt choreografierte Show wertschätzen.(Yvonne)

VENOM (Pain Stage)

Rise
Die Hard
Hammerhead
Long Haired Punks
Grinding Teeth
Buried Alive
Resurrection
Welcome To Hell
Pedal To The Metal
Countess Bathory
Warhead
Black Metal

Für mich journalistischer Abschluss des diesjährigen Summer-Breeze. Venom … Black-Metal? Britisches Urgestein und Jugendhelden. Dunkle Texte = Black Metal? Hier hat sich das Genre wohl etwas verändert, davon dennoch unbeeindruckt ziehen Cronos und seine Recken in den Kampf gegen das Gute. Das betrifft auch eigentlich den Sound, den man ja venom-typisch als eher Underground-tauglich wahrnimmt aufgrund der willentlich üblen Produktion. Hier auf dem Breeze, ist der dennoch amtlich und eher zeitgemäß gestaltet. Natürlich hat sich schon ein großer Teil der Menge verlaufen, nachdem Nightwish als Headliner die Main Stage verlassen haben… ein ausgesuchter Haufen lässt es sich jedoch trotzdem nicht nehmen, noch ein Wenig durchzuhalten und den verbliebenen Bands im Billing eine Chance zu geben. Und im Falle von Venom ist das durchaus unterhaltsam! Noch nie habe ich einen Drummer gesehen, der so im Mittelpunkt des Bühnengeschehens steht, während der Rest der Band eher wie angewurzelt auf Ihren Plätzen steht. Ich selbst als Drummer versuche mein Set ja so aufzustellen, dass die Wege möglichst kurz sind, nicht so jedoch Danté! Das sollte man mal gesehen haben!
Somit ein gelungener Abschluß dieses Jahres, eigentlich wollte ich mir noch „Dark Fortress“ reinziehen, aber ich bin nach 5 Tagen Festival am Ende meiner Kondition und die Armen spielen erst von 02:15- 03:00 auf der T-Stage als Schlusslicht des 2015er Breeze… Ein anderes Mal, sorry Jungs! (Rico)

Auch für den Samstag gibt es wieder eine kleine Auswahl der beiden andern Bühnen zu lesen:

SICK OF IT ALL (T-Stage)

Uprising Nation
Machete
Road Less Traveled
Clobberin' Time
Injustice System
World Full Of Hate
Death Or Jail
Sound The Alarm
My Life
Take The Night Off
DNC
Sanctuary
Get Bronx
Busted
Call To Arms
Scratch The Surface
Never Back Down
Step Down
Outgunned
Friends Lik

Wer nach dem kräfteaufreibenden Konzert von Hatebreed noch seine letzten Kraftreserven mobilisieren konnte, spurtete im Nieselregen zur T-Stag. Denn dieser Einladung konnte niemand an sich vorbei ziehen lassen. Egal ob noch frisch oder schon total rampuniert. Das was jetzt kam, war quasi das Sahnehäubchen für jeden Hardcore Fan. Jeder der sich mit der Musikrichtig Hardcore befasst hat, kam nie an einen Namen vorbei. Nämlich Sick Of It All. Wir alle haben in den letzten Jahren unzählige Hardcore Bands an uns vorbei schweben sehen, viele klangen irgendwann wie: Habe ich schon mal gehört. Hardcore schien irgendwann ein richtiger Modetrend zu werden. Wie Pilze schossen kleine niedliche Jungs aus der Erde die alle gleich aussahen und ihre ach so putzige Musik als echten Hardcore verkaufen wollten. Mehr als zum Gähnen hat es nie gereicht. Diese Szene hat sich in den letzten Jahren als sehr schnelllebig erwiesen, und mancher hoffnungsvoller Stern verglomm schneller in der Musikatmosphäre als ihm lieb war. Tja und dann gibt es diese Urgesteine, von der Junged gerne als Vorbilder ihre Musik genannt, die es schon seit Beginn der Hardcoreszene gibt und einfach nicht mehr wegzudenken sind. Dazu gehören eindeutig Sick of ti all!! In den späten 80 er Jahren gegründet, in den 90 er Jahren das Feld von Hinten aufgeräumt und bis heute noch eine der besten Bands in diesem Metier. Sie haben sich im Laufe der Karriere nie von den jungen Wilden an die Wand spielen lassen, haben es nie nötig gehabt ihre Musik dem Kommerz anpassen zu müsen. Sie sind einfach bodenständig und ehrlich geblieben. Und genau das lieben die Fans an den New Yorkern so sehr. Entsprechend voll war es in dem Zelt als die Jungs die Bühne betraten und sofort ein Brett nach dem anderen auf die Leute abfeuerten. Allerdings muss man den Leuten zugute halten, dass ihnen schon ein paar heiße Festivaltage in den Knochen steckten und sie sich nicht sofort auf die Musik zum kollektiven Ausrasten einlassen konnten. So waren nur hin und wieder ein paar zuckende Gliedmaße zu erkennen während viele andere noch Zeit zum Erholen brauchten. Aber das machte Elan und seiner Band nichts aus. Wie gewohnt sprangen und hüpften (insbesondere sein Bruder Peter) sie über die Bühne und spielten aus ihrer riesen großen und abwechslungsreichen Setlist aus fast 30 Jahren Bühnenpräsens alte (unverzichtbare) Klassiker sowie neuere treibende Stücke. Lange konnten auch die ausgepowertsten Leute nicht still auf ihren Plätzen bleiben und so hievten sie sich für den letzten Kampf noch einmal hoch und zeigten jetzt endlich wofür Sick of it all Konzerte berühmt berüchtigt waren (ich spreche da aus eigener Erfahrung): Nämlich seiner Wall of Death. Einmal (in meinem jugendlichen besoffenen Wahnsinn) habe ich die Härte dieser Wall auch zu spüren bekommen. Aber zum Glück haben ein paar fremde Typen mich noch schnell genug rausgezogen, bevor es für mich richtig unangenehm wurde. Aber dieses eine Mal hat mir ausgereicht, mir das Geschehen vor der Bühne in sicherer Entfernung anzusehen. Jetzt waren die Fans endlich da und ab ging die Post. Am 1. Tag sprach Elan: Rennt aufeinander zu und lasst Arme und Beine fliegen! Sie taten wie ihnen geheißen und Elan sah, dass es gut war. So ungefähr stelle ich mir den Tag vor, als Sick of it all die Wall of Death erfunden haben. Ich sah Menschen, Arme und Beine fliegen und über all dem thronte Elan und strahlte. Ein krönender Abschluss für ein langes heißes Festival. Besser geht es wirklich nicht. (Amrei)

THE DUSKFALL (T-Stage)

Agoraphobic
Striving To Have Nothing
Case Closed
World Of Lies
To The Pigs
Shoot It In
None
Burn Your Ghosts
Farewell

Eins muss vorweg gesagt werden: Ich hatte mich wirklich auf den wuchtigen, harten Sound der Schweden gefreut und wurde bitterlich enttäuscht.

Mittlerweile waren wieder angenehme 35 Grad erreicht und so blieb mir nichts anderes übrig als mich mit einem eisgekühlten Cider (schließlich muss man bei der Hitze auf seinen Flüssigkeitshaushalt achten) zur schattigen T-Stage zu begeben. Juhuu Schatten ohne Ende *freu*. Endlich im schlecht gefüllten Zelt angekommen, dachte ich eigentlich ein super Konzert erleben zu dürfen. Aber von wegen. War das Wetter für die Schweden evtl. zu heiß? War es die Uhrzeit (14:15 Uhr) die den Schweden zu schaffen machte oder war es einfach nicht ihr Tag? Ich habe noch nie eine Band so gelangweilt spielen und einen Sänger so lustlos über die Bühne schleichen sehen der eher kraftlos in das Mikro growlte. Vor der Bühne gab es zwar ein paar Bierschwenkende Leute die versuchsweise ihre Köpfe zum Takt der Musik bewegten, es aber nach ner Minute wieder ließen. Von der Bühne sprang kein Funken ins Publikum über. Es gab ein paar oldschool Fans die ihr bestes gaben, die larmarschige Fraktion anzuspornen, aber auch dieser Funke verglomm bevor er die Bühne erreichen konnte. Und wenn einer der Securitys im Graben sich lieber mit seinem Handy beschäftigte, während ein anderer Selfies mit hübschen Mädchen im Publikum machte und ich mich zur Main Stage in die Hitze begab um mir FREIWILLIG!!!!!! (ich kann es gar nicht oft genug betonen) eine (Punk) Deutschrock Band wie Betontod anzusehen, sagt das eine Menge über das grottige Konzert aus. Den Spaß den ich bei The Duskfall erhofft hatte, bekam ich dann bei Betontod inklusive einer Dusche eines Wasserwerfers. Wirklich jammerschade. Die Schweden können wirklich sehr gute Musik machen, vorausgesetzt sie haben überhaupt Lust dazu. (Amrei)

DREAMSHADE (Camel Stage)

Sandcastles
Photographs
Wants and Needs
Consumed Future
Dreamers Don’t Sleep
Your Voice
Wide Awake

Um mich für meinen eigentlichen Headliner Hassbrot (sorry, meinte natürlich Hatebreed) vorzubereiten, ging es zur Camel Stage für eine geballte Portion Metalcore. Metalcore kann ziemlich langweilig werden. Wohlbemerkt kann. Wenn jedoch eine so hoch motivierte Band die Bühne entert und mit ihrem perfekten Sound das Publikum bombadiert, dann ist von Langweile nichts mehr zu spüren. Sie verstehen ihr Handwerk und wissen, was von den Leuten gefordert wird und genau das und viel mehr wurde geliefert. Vor der Bühne entstand eine regelrechte partywütige Meute die aus dem FF sämtliche Formationen des Circle Pits sowie Wall of Death abspulten und so für jede Menge Chaos sorgten. Gibt es ein größeres Komplimet für eine Band? Wohl kaum. Vielleicht haben die Jungs ja Glück und dürfen nächstes Mal die Pain Stage bespielen. Zu wünschen wäre es ihnen. (Amrei)

Resümee:

Weil wir uns ja um größtmögliche Objektivität in den Berichten bemüht haben, gerade auch wenn uns eine Band vielleicht musikalisch einfach nicht so gefällt, wollen wir sie ja nicht dissen...aber es ist einfach auch schön, ein paar persönliche Worte resümierend niederzuschreiben. Rico hat wunderbar eröffnet und Amrei macht hier den Anfang:

Abschließende Worte:

Das Festival hätte locker mit dem Rammsteinsong „Sonne“ betitelt werden können. „Hier kommt die Sonne. Sie ist der hellste Stern von allen.“ Mein lieber Scholli waren das heiße Tage! Der Kommentar am Mittwoch von Birger passte perfekt: „Wenn in den nächten Tagen kein Unwetter aufzieht, dann zweifle ich an der Natur!“ Er sollte recht behalten. Jedoch hatten wir Glück, Thor schien keine große Lust zu haben, allzu lange bei uns zu verweilen. Für große Überraschung haben bei mir die Gothic Bands auf dem Lindeup gesorgt. What Gothic auf einem Metalfestival?! Wird so ein mancher gedacht haben. Combichrist haben die Metaller bei ihrer Show so sehr überrascht, dass ich später noch herunter hängende Kiefer und kullergroße Augen sah. Und Blutengel konnten mit einer super Bühnenshow (dank der bezaubernden Grazien) viele neue Fans dazu gewinnen. Chris Pohl twitterte sogar total begeistert von seinem Auftritt auf dem Breeze. Der allgegenwärtige Staub war wirklich sehr nervig. Ohne Mundschutz konnte man irgendwann auf keine Konzerte mehr gehen. Mein Auto verschwand unter einer Staubschicht was in uns die kleinen Kinder wach werden ließ und die Heckscheibe mit schönen Fingerkunstmalereien verschönerte. Schade, dass der Regen alles wieder weg gespült hat. Unglaublich aber wahr, nachts waren es keine gefühlten 0 Grad mehr sondern angenehme 15 Grad! Endlich habe ich mir nachts nichts mehr abgefroren oder es lag an meinen neuen kuscheligen Schlafsack, wer weiß. Da dieses Jahr keine Mitnahme von Trockeneis vom Veranstalter gestattet wurde, konnte man vorab bei dem Unternehmen „Rent a Coolbox“ eine Trockeneiskiste bestellen um wenigestens seine Getränke etc ausreichend kühlen zu können. Ein Witz auf ganzer Linie. Die Box war ziemlich klein, sodass nur sehr wenige Dosen und Fleisch gut reingepasst haben, der Preis von 55 EUR (67 EUR Pfand) war eine Unverschämtheit und länger als für einen Tag reichte die Kühlung nicht aus. Zwar konnte man bis Samstag immer wieder kostenlos Eis nachholen, aber schleppe mal bei 35 Grad eine 40 kg schwere Kiste mit dir drum, es kann ja nicht jeder einen Hinzer haben. Ach, und wer erst Sonntag die Kiste zurückgab, musste 5 Euro „Strafe“ löhnen. Aus diesem Grund geht mein Dank an alle die Vollspacken, die in den letzten Jahren soviel (gefährlichen) Scheiß mit dem Trockeneis angestellt haben, dass die Organisatoren sich zu dieser Aktion gezwungen sahen. Und natürlich durfte der Luxus auch in diesem Jahr in unserem Camp nicht fehlen. Dank Rico hatten wir eine kleine Dusche und ein eigenes WC. Danke Rico fürs Aufbauen und zur Verfügung stellen. Das Essensangebot auf dem Breeze gehört für meinen Geschmack mit zu den Besten auf Festivals. Die Auswahl wird jedes Jahr um neue Gerichte erweitert. Dieses Jahr gab es einen Pulled Pork Stand und wie nicht anders zu erwarten, war vor diesem Stand immer die Hölle los. Natürlich war der Wahnsinnn in unserem Camp wieder unverzichtbar. Wir hatten einen Kackvogel, erkennbar an dem Lockruf: „Schnaaaaaaaps“ sowie einen Tiger, der den Teebeutel neu entdeckt ;) Mit dieser Chaosgruppe macht das Festival erst richtig Spaß und lässt schon auf das nächste Jahr hoffen.

Top - Live:

Any Given Day
Carnifex
Sick of it All
Kataklysm
John Coffey
Black Stone Cherry

Flop - Live:

The Duskfall

Carstens persönliches Statement liest sich folgendermaßen:

Persönliches Highlight 2015:
Schwierig zu sagen, es gab so viele tolle Bands dieses Jahr. Einige müssen da wirklich hart um Platz eins konkurrieren. Bloodbath hat diesen Platz eigentlich verdient. Aber auch Kataklysm und Knorkator waren ein wahres Fest. Vielleicht aber auch Hatebreed... Combichrist hat mich schwer positiv überrascht mit ihrer plötzlichen Hardcore-Show, wenn man doch eigentlich Elektro erwartet.
Da ich Knorkator und Hatebreed bereits mehrfach gesehen habe, scheiden die einfach mal aus. T'schuldigung. Kataklysm habe ich kurz zuvor noch auf dem Rock Harz gesehen, und auf dem Breeze war die Stimmung einfach noch deutlich besser...
Den Pokal bekommt aber letzten Endes Bloodbath für eine wahnsinns geile Death Metal Show und so saubere und präzise Spielart! Das hat mich wirklich umgehauen!

Persönliches Lowlight 2015:

Das ist einfach. Paradise Lost. Ich habe sie mitbekommen, nebenbei. Für einen Headliner war eigentlich keiner da, die Stimmung war eher lausig. Lustig, das der gleiche Frontmann auch bei meinem absoluten Highlight singt.
Mir völlig unverständlich, wie man sich so unterschiedlich geben kann. Das beste kommt zum Schluss: Als Nick Holmes mit dem letzten Lied durch ist, sagt er beiläufig und gelangweilt ins Mikro; "This was the last song, enjoy your death metal" und geht. Wie unprofessionell ist das denn bitte? An dem Tag scheint ihm irgendwer ins Bier gepisst zu haben...

Was ich nochmal sagen wollte:
Es gibt so viel, was man über das Summer Breeze sagen könnte... Es sind vor allem aber positive Sachen. Erst einmal: Die Fans. Sehr entspannt, gut gelaunt, trinkfest UND es sind kaum Kinder anwesend. Über sowas regt mich sich tatsächlich auf, wenn man älter wird, es ist grausam.

Die Bands. Ein sehr schönes Lineup. Eigentlich für alle was dabei, aber die grobe Richtung in der das Summer Breeze seit jeher ist, nämlich Death-Metal immernoch gut eingehalten. Organisation. Naja gut, hier und da gibt es auf jedem Festival kleiner Probleme mit der Organisation. Aber hier habe ich kaum welche mit bekommen! Natürlich könnte man die VIP Tribüne wieder für diese öffnen, ohne das man dafür blechen muss. Oder den Durchgang vom VIP Campground zum Infield auch für alle VIP's zugänglich machen...aber das sind wie erwähnt, Kleinigkeiten.
Besonders gut hat mir die schnelle Reaktion auf das Gewitter gefallen. Es wurde lange genug gewartet, um nicht unnötig viel des Programms zu beschneiden, aber rechtzeitig genug geräumt, um Unfälle zu verhindern. Super gemacht, Jungs!
Und falls nicht nächstes Jahr, kurz vor dem Summer Breeze, meine alten Knochen so sehr schmerzen dass ich nicht laufen kann, oder ich mit vorher tot gesoffen habe, kann mich nichts davon abhalten 2016 wieder dabei zu sein um erneut richtig abzufeiern!

Und last but not least, Yvonne:

Highlight(s):

Das lang ersehnte Konzert von Neaera, inklusive Crowdsurfen!
Alexi Laiho im Pressezelt.
Corvus Corax
Nightwish
Opeth
Thraenenkind

Gab es auch weniger Erfreuliches zu sagen?

Ehrlich gesagt nicht so viel...

Mir persönlich gefällt das Summer Breeze Open Air Festival ausgesprochen gut. Die Securities sind super nett, es ist alles sehr entspannt, es gibt veganes Essen und auch der Preis ist im Verhältnis zu den Bands völlig in Ordnung.

Zum Schluss möchte ich als Fotografin auch noch das ein oder andere Wort verlieren:

Das Breeze gehört seit jeher zu meinen Highlights im Sommer - und ist zugleich der krönende Abschluss der Festivalsaison. Auch wenn das Breeze immer größer wird, so hat es doch - zum Glück - noch keinen Wacken Charakter erreicht, und ist damit von der Größe her noch so, dass man gut die Sau rauslassen kann ohne direkt die Kriese zu bekommen weil zu viele Menschen /Touristen/Jugesellenabschiede etc.
Ich mag die übersichtliche Geländeaufteiling (auch wenn man sich als Fotograf echt die Füße wund rennt)und die Bandauswahl kann sich immer sehen lassen. Auch "Exoten" wie Blutengel wird ne Chance gegeben - die sie Truppe prompt verwandelte - was für ein grandioser Gig!
2015 war vor allem eins - heiß! Gefühlt konnte man sich keinen Meter weit bewegen ohne vollends durchgeschwitzt zu sein - dank privater Dusche im Camp war das zum Glück alles nur halb so wild - danke Rico!
Die Security war wie immer super cool, nett und zuvorkommend, ich hoffe wir haben euch mit den gekühlten Getränken und dem Eis eine Freude machen können :)Es ist jedes jahr ein Fest mit euch!
Über die Bands konnte man sich auch nicht beschweren. Danke Breeze - wir kommen wieder!

Highlights:

unser Camp!!! Ihr seid die besten immer eiskalter Cider
Blutengel
Nighwish
Combichrist
Die Reiter
Die Reaktion von Megaherz auf die technischen Probleme
Megaherz allgemein
Der verantwortungsbewusste Umgang mit der Unwetterwarnung
Trivium von der FOH (Danke Dirk!)
die coole Secutity (danke für's einschleusen in die "normalen" Duschen)
die Grabenschlampen
Heavy Metal Mäuse
coole Gespräche mit Chris Pohl und dem Combichrist Sänger (danke für's Desperados!)

Lowlights:

Die VIP duschen - Leute das war widerlich!
immer wieder andere Aussagen zur "Abkürzung" durch den behinderten Eingang
die Hitze.. zuuuu warm!
die Vollhonks die unser Wasserfass kaputtstechen mussten

Was ich noch sagen wollte:

Yoshi ist Metal!

hier geht es zu den Fotos

 

Summer 2017
















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